In seinem späten Musikdrama »Tristan und Isolde« erzählt Richard Wagner die tragische Geschichte zweier Liebender: Liebe und Tod, Traum und Realität, Tag und Nacht verbinden sich auf magische Weise. Die Grenzen verschwimmen. Melodien voller Sehnsucht entspinnen sich bis ins Unendliche. Es ist Wagners radikalste, aber auch sinnlichste Oper. Die beiden Liebenden werden in einen Strudel der Leidenschaften hineingesogen – so intensiv, dass eine Erlösung nur im Tod möglich ist. Der Komponist schrieb seine Oper unter dem Einfluss seiner glühenden, doch unerfüllten Liebe zu Mathilde Wesendonck. Enrico Lübbe, Intendant des Schauspiels Leipzig, inszeniert die Oper als beklemmendes Kammerspiel der Gefühle – bildstark, präzise und von großer innerer Spannung.