Musikalische Komödie (Spielstätte)

Die Architektur

Seit 1918 ist im Stadtteil Lindenau, unweit der City, das Heitere und Komödiantische zu Hause. Ursprünglich als repräsentatives Großstadtvarieté eröffnet, ist das traditionsreiche Haus Dreilinden heute die Spielstätte der Musikalischen Komödie. Das Ensemble besitzt große Sympathien des Leipziger und eines überregionalen Publikums. Hier entstehen Theaterabende mit besonderem Flair und eigenem Charme in den Genres Operette und Musical. Garant dafür sind ein exzellentes Solistenensemble, ein spielfreudiger Chor, ein leistungsfähiges Ballett mit 15 Tänzern und ein vielseitiges Orchester mit 47 Musikern. Die Musikalische Komödie kann auf eine über vierzigjährige Kontinuität als Leipziger Operetten- und Musical-Theater zurückblicken. Das Haus verfügt heute über 529 Plätze und ist als Spezialtheater für diese Genre ein wahrer Publikumsmagnet.

Die Musikalische Komödie im Haus Dreilinden, gesehen von der Fotografin Kirsten Nijhof.

Das Gebäude

Der heutige Gebäudekomplex mit Theater und angrenzenden Wohnhäusern war ein bei seiner Einweihung im Jahr 1912 viel bewunderter Bau, der nach Eigenart des Leipziger Westens Wohnen, Arbeiten und Feiern räumlich integriert.

Das Haus verfügt heute über 529 Plätze. Obwohl seit 1992 auf zahlreichen Gebieten Rekonstruktionen durchgeführt wurden, sind die Emporen noch nicht nutzbar und noch weitere bauliche Maßnahmen notwendig und vorgesehen. 2014 konnte die Oper Leipzig das Nachbarhaus der Musikalischen Komödie, die »Dreilinden Nr. 24« erwerben. Dieses beherbergt ab 2015 Garderoben, eine Probebühne und den Kostümundus.

Die Geschichte

  • 2015 - 2003

    2015
    Am 5. Februar 2015 feierte die Musikalische Komödie das Richtfest ihres neuen Funktionsgebäudes. Der Umzug der Chor- und Orchestermitglieder in die neuen Garderoben in der Dreilindenstraße 24 ist im September geplant.

    2014
    Am 12. Mai 2014 konnte die Musikalische Komödie mit Betriebsdirektor Torsten Rose und dem Technischen Leiter Frank Schmutzler den Bescheid für die Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung entgegennehmen. Somit konnten am 14. Juli 2014 die Bauarbeiten zur Sanierung der Dreilindenstraße 24 als neues Funktionsgebäude der Musikalischen Komödie beginnen. Details zum Umbau gibt es auf dem Blog der Musikalischen Komödie.

    Blog der Oper Leipzig

    2012
    Zur Erhöhung der Sicherheit wurde die Notbeleuchtung komplett erneuert. Außerdem ist die Sanierung des Nachbarhauses Nr. 24 geplant, wofür bereits jährliche Gelder vom Stadtrat genehmigt wurden.

    2009
    Ein großer Schritt in Richtung verbessertes Klangerlebnis stellt die Anschaffung eines digitalen Tonpultes dar, welches das alte analoge Mischpult abgelöst hat.

    2007
    Die Freiflächen Dreilindenstraße 14 bis 22 ist zum »Komödien-Park(en)« umgestaltet worden. Dieser sogenannte »MuKo-Garten« wurde begrünt und es sind Besucher- und Busparkplätze sowie die Möglichkeit zur Durchführung von Open Air Veranstaltungen entstanden.

    2006
    Mit finanzieller Unterstützung des EU-Programms Urban II und dem Sanierungsgebiet Lindenau wurde die Dreilindenstraße neu gestaltet und ein Theatervorplatz für die Musikalische Komödie geschaffen. Der großzügige Eingangsbereich ist nun für Besucherinnen und Besucher noch attraktiver und setzt wichtige Zeichen für die weitreichende Sanierung eines ganzen Stadtteils. Das Foyer der Musikalischen Komödie wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Publikum (Dreilindeneuro), dem Förderverein und privaten Spenden nach historischem Vorbild rekonstruiert. Die Feierliche Einweihung des Vorplatzes und des Foyers fand am 24. September 2006 statt.

    2004
    Mit Mitteln des »Dreilindeneuros« wurden das Anbringen neuer Vorhänge, die Neugestaltung des Portals und der Wände im Zuschauerraum sowie die Erneuerung des Parkettbodens im Zuschauersaal ermöglicht.

    2002-2003
    Unter Zuhilfenahme des »Dreilindeneuros« wurde die Zuschauertoiletten modernisiert sowie eine Behindertentoilette geschaffen. Zudem wurde eine dringend notwendige Niederspannungshauptverteilung errichtet, damit der Bühnenbetrieb weiter funktionieren konnte.

  • 1995 - 1989

    1995 - 1996
    In der zweiten Phase der Sanierung wurden vor allem umfangreiche brandschutztechnische Maßnahmen vorgenommen sowie die Umstellung des Heizungssystems von Dampf auf Wasser. Im Rahmen des Erhalts und der Wiederherstellung der Spielstätte wurden in den zwei Sanierungsphasen insgesamt Maßnahmen im Umfang von 7,5 Mio. € durchgeführt.

    Überdies wurde das sanierungsbedürftige Nachbarhaus in der Dreilindenstraße 24 erworben, mit dem Ziel, zumutbare Aufenthalts- und Sanitärräume für den Chor der Musikalischen Komödie dort zu errichten. Es erfolgte die bauliche Sicherung des Hauses – welches direkt mit dem Bühnenhaus durch einen Zugang verbunden werden soll – und der Bau einer stützfreien Dachkonstruktion, um im Dachgeschoss die Möglichkeit für den Einbau eines lange überfälligen Ballettsaales zu schaffen.

    1993
    Die festliche Wiedereröffnung des Hauses fand am 20. Mai 1993 mit der Premiere des Musicals »La Cage aux Folles« statt. In den 90er Jahren sorgten ein großes Repertoire und bemerkenswerte Musical-Inszenierungen für einen vollen Zuschauersaal. Die erfolgreiche Fortsetzung der Gastspiele ist ebenfalls zu einem festen Bestandteil des Ensembles der Musikalischen Komödie geworden.

    1992
    In diesem Jahr wurde die Spielstätte in der Dreilindenstraße wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten und denkmalpflegerischer Maßnahmen vorrübergehend geschlossen. Nach Vorlage eines kompletten Sanierungs- und Erneuerungskonzeptes für den gesamten Gebäudekomplex wurden im Rahmen des Erhalts und der Wiederherstellung der Spielstätte verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Diese erste Sanierungsphase beinhaltete unter anderem die Sanierung der Bühne, eine verbesserte Licht- und Tontechnik sowie das Freilegen der originalen Saaldecke – des Tonnengewölbes – von 1918. Während dieser Zeit fanden die Vorstellungen der Musikalischen Komödie im Opernhaus und als Gastspiele in Deutschland, der Schweiz und Österreich vor begeistertem Publikum statt.

    1989 -1990
    Spielzeitbeginn – nach Tod von Klaus Winter (Sommer 1989) – mit der Übernahme der Künstlerischen Leitung des Hauses durch ein Leitungsteam: Monika Geppert (Ballettmeisterin), Roland Seiffarth (Musikalischer Oberleiter) und Erwin Leister (Oberspielleiter). Nach der politischen Wende im Herbst 1989 Vorbereitung der Entflechtung des Gesamtverbandes der Leipziger Theater.

    Januar 1990
    Vorübergehende organisatorische und juristische Eigenständigkeit der Musikalischen Komödie als Operetten- und Musicaltheater unter Intendant Hans-Hermann Krug.

    Mai 1990
    Die Musikalische Komödie – als spezielle Spielstätte von Operette und Musical – wurde künstlerisch eigenständiger Bestandteil der Oper Leipzig unter der Intendanz von Prof. Udo Zimmermann. Direktorin der Musikalischen Komödie war Monika Geppert.

    1983-1989
    Klaus Winter Direktor der Musikalischen Komödie, eines der drei Spezialtheater für Operette und Musical in der damaligen DDR (neben dem Metropol-Theater Berlin und der Staatsoperette Dresden): Unter Winters Direktion erfolgte eine besondere Hinwendung zur Wiener Operette und seiner Meister Johann Strauß und Robert Stolz. Beginn einer besonderen Pflege der Werke von Robert Stolz; Erstaufführungen seiner Operetten »Der Tanz ins Glück« (1983), »Trauminsel« (1987, mit Fernsehaufzeichnung). Fortsetzung der Robert-Stolz-Pflege in den 90er Jahren mit »Frühjahrsparade« (1994) und »Venus in Seide« (1997) sowie den Stolz-Revuen »Im Prater blüh'n wieder die Bäume« und »Ein Abend bei Robert Stolz«. Große Verdienste bei der Aufführung Stolzscher Werke hat Musikdirektor Roland Seiffarth (seit 1979 Musikalischer Oberleiter und Chefdirigent der Musikalischen Komödie).

  • 1968 - 1912

    1968
    Umbenennung des Hauses in »Musikalische Komödie«, damit weitere stärkere eigene Profilierung. Vorwiegend Aufführung von Operetten, Musicals, musikalischen Lustspielen, immer seltener Spiel- und Kammeropern. Seit Mitte der sechziger Jahre auch Aufführungen von großen Broadway-Musicals, z.B. »Kiss Me Kate« (1965), »My Fair Lady« (1967), »Can Can« (1968). In den siebziger und achtziger Jahren Entwicklung der Musikalischen Komödie hin zur ausschließlichen Spielstätte von Operette und Musical mit interessanten Musical-Aufführungen wie »Der Mann von La Mancha« (1972), »Cabaret« (1977), »Sweet Charity« (1981), »Alexis Sorbas« (1982) und konzeptionell herausragenden Operetteninszenierungen u.a. von »Paganini« (1979) und »Der Graf von Luxemburg« (1982).

    1965
    Wolfgang Weit neuer Künstlerischer Leiter des Hauses, ab 1968 Direktor (bis 1983). Qualitative und quantitative Weiterentwicklung des Ensembles und eines leistungsfähigen Orchesters mit großer stilistischer Vielseitigkeit durch künstlerische Aufgaben innerhalb verschiedener musikalischer Genres (Spieloper, Operette, zeitgenössische Musik), u.a. »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (Inszenierung Joachim Herz, 1967).

    1960
    Mit der Eröffnung des neuerbauten Opernhauses am damaligen Karl-Marx-Platz erfolgt die Umbenennung in »Kleines Haus Dreilinden«. Beginn der Profilierung als gleichberechtigtes zweites Musiktheater im Verband der damaligen Leipziger Theater – neben dem Schauspielhaus, den Kammerspielen und dem Theater der Jungen Welt. Übernahme der bis dahin am ehemaligen Operettentheater am Lindenauer Markt beschäftigten Solisten, Chorsänger, Tänzer und Orchestermusiker als künstlerischer Stamm des Operettenensembles im Kleinen Haus Dreilinden unter der Künstlerischen Leitung von Regisseur Erhard Fischer. Zunehmende Bedeutung der klassischen Operette im Repertoire des Kleinen Hauses. Besondere Pflege der Werke von Jacques Offenbach.

    1952
    Umbau des Hauses zur Gewährleistung minimalster Anforderungen an ein Operntheater. Mit Aufnahme des regelmäßigen Spielbetriebes herausragende Opern- und Ballettproduktionen; Aufführungen wichtiger Opern von Wagner und Strauss sowie zeitgenössischer Werke durch namhafte Dirigenten wie Franz Konwitschny und Paul Schmitz, Regisseure wie Erhard Fischer und Joachim Herz, Choreografinnen wie Mary Wigman und Emmy Köhler-Richter.

    1944
    Spielstätte der Leipziger Oper nach Zerstörung des Neuen Theater am Augustusplatz im Zweiten Weltkrieg.

    1918
    Eröffnung eines großstädtischen Varietétheaters im Festsaal.

    1912
    Nach Umbau Wiedereröffnung als prunkvoller Festsaal mit kleiner Bühne für künstlerische Darbietungen; Bierschwemme und Weinlokal auf den Emporen. Eröffnung eines großstädtischen Varietétheaters im Festsaal.

  • 1713

    1713

    Gasthaus in Lindenau, in dem später auch Napoleon nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 übernachtet haben soll; später Gasthaus mit Biergarten, beliebtes Ausflugsziel der Leipziger. Schon vor 1900 Spiel von Sommertheater im Garten des Gasthauses.

Neubau Funktionsgebäude

Seit dem 14. Juli 2014 laufen die Sanierungsarbeiten in der Musikalischen Komödie auf Hochtouren. Der milde Winter 2014/15 begünstigte die Bauarbeiten, vor allem im Außenbereich am neuen Verbindungsgebäude zwischen der Dreilindenstraße 30 und 24. So konnte seit Baubeginn ohne größere Unterbrechungen saniert werden.

Richtfest