»Wie war einst das Glück so nahe!« Wir kennen alle diese »Ach, hätte ich doch …«-Momente. Hier nehmen sich Puschkin und Tschaikowski dieser Gefühle an und fassen sie in lyrische Szenen; mitreißend, tragisch und auch humorvoll. »Eugen Onegin« vereint viele Facetten und steht so auch für die Leidenschaft und Zerrissenheit des Komponisten Tschaikowski: einerseits große Choroper, andererseits beklemmendes Kammerspiel von zerbrochener Freundschaft und jugendlichem Leichtsinn. Das junge Mädchen Tatjana fasst sich ein Herz und erklärt gegen die Konvention einem erfahrenen Mann ihre Liebe. Er weist sie kalt ab und zerstört in der Folge sowohl ein anderes junges Leben als auch eine andere erblühende Liebesbeziehung. Jahrzehnte später und trotz Wehmut erweist sich Tatjana dann als die Erwachsenere von beiden …
Der Liebesbrief, den Tatjana an Onegin verfasst, befeuert am meisten Tschaikowskis Vorstellungskraft und wird so Gegenstand der ersten Szene, die er komponiert. »Wenn der Zuhörer allein einen winzigen Teil davon empf inden würde, was ich beim Komponieren empfand, wäre ich äußerst glücklich.«
In dieser Produktion, einer Übernahme von der Oper Bonn, folgt Vasily Barkhatov akribisch den musikalischen Ideen, die die Partitur enthält, und erlaubt es dem Publikum, sich mit den Opernfiguren sofort zu identifizieren und mitzufühlen. Dieser »Eugen Onegin« ist ein Abend voller emotionaler Erschütterung und traumhaft schöner Bilder.























