Oper

Damiano Michieletto

Biografie

Damiano Michieletto hat sich international zu einem der interessantesten Vertreter der jüngeren Generation italienischer Regisseure etabliert. Er studierte Opern- und Theaterregie an der Paolo-Grassi-Schule für Dramatische Kunst in Mailand und absolvierte zudem ein Studium der modernen Literaturwissenschaft an der Universität seiner Heimatstadt Venedig.

 

Internationale Aufmerksamkeit erregte seine vielbeachtete Inszenierung von Jaromír Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer« beim Wexford Festival (Irish Times / ESB Theatre Award 2003). Zu seinen frühen Opernproduktionen zählen »La gazza ladra« in einer Koproduktion für das Rossini Opera Festival in Pesaro, Bologna und Verona (Abbiati-Preis 2008), ein Mozart/Da-Ponte-Zyklus am Teatro La Fenice in Venedig, Mozarts »Die Entführung aus dem Serail« am Teatro San Carlo in Neapel, »La scala di seta« beim Rossini Opera Festival und an der Scala, Martinůs »The Greek Passion« in Palermo sowie »Così fan tutte« am New National Theatre Tokio. Darüber hinaus inszenierte er »La Bohème«, »Falstaff«, »La Cenerentola« und »Alcina« bei den Salzburger Festspielen, »Guillaume Tell« sowie »Cavalleria rusticana« / »Pagliacci« am Royal Opera House Covent Garden (Olivier Award 2016), Peroccos »Aquagranda« an La Fenice (Abbiati-Preis 2017), Berlioz’ »La damnation de Faust« zur Saisoneröffnung des Teatro dell’Opera di Roma (Abbiati-Preis 2018), Brittens »A Midsummer Night’s Dream« am MusikTheater an der Wien, »Jenůfa« an der Staatsoper Berlin, »Rigoletto« an La Fenice (Abbiati-Preis 2022), Rossinis »La Cenerentola« an der Semperoper Dresden sowie »Il viaggio a Reims« an der Nederlandse Opera Amsterdam und der Opera Philadelphia.

 

Zu seinen jüngeren Engagements zählen Neuproduktionen von Mozarts »La clemenza di Tito« am Opernhaus Zürich, Wagners »Lohengrin« am Teatro dell’Opera di Roma und »Falstaff« an der Semperoper Dresden – dirigiert von Daniele Gatti – zur Eröffnung der Spielzeit 2025/26, außerdem Bernsteins »West Side Story« beim Caracalla Festival, dem Sommerprogramm des Teatro dell’Opera di Roma, dessen Künstlerischer Leiter er 2025 war. Hinzu kamen die immersive Installation »Il sonno uccidesti«, inspiriert von der Figur des Macbeth, für die „Verdi Off“-Reihe des Verdi-Festivals Parma in Zusammenarbeit mit Bühnenbildner Paolo Fantin, die Uraufführung von »Il nome della rosa« an der Mailänder Scala nach dem Roman von Umberto Eco mit Musik von Francesco Filidei, Prokofjews »Die Verlobung im Kloster« am MusikTheater an der Wien, »La fille du régiment« an der Bayerischen Staatsoper und am Teatro di San Carlo, Händels »Messiah« und Glucks »Orfeo ed Euridice« an der Komischen Oper Berlin, Battistellis »Le baruffe« an La Fenice (mit einem Libretto des Regisseurs selbst), Händels »Giulio Cesare in Egitto« am Théâtre des Champs-Élysées und an der Opéra du Capitole de Toulouse, die italienische Erstaufführung von Bernsteins »Mass« in den Caracalla-Thermen in Rom, die Uraufführung von »Animal Farm« nach Orwell mit Musik von Alexander Raskatov an der De Nationale Opera Amsterdam und der Wiener Staatsoper, »Hoffmanns Erzählungen« in Sydney, Venedig und London, Cherubinis »Médée« und Strauss’ »Salome« an der Scala, »Carmen« am Royal Opera House London, Schrekers »Der ferne Klang« in Frankfurt sowie Berlioz’ »Béatrice et Bénédict« an der Opéra de Lyon und am Teatro Carlo Felice in Genua (italienische Erstaufführung des Werkes).

 

Weitere Höhepunkte waren »Rigoletto« im Circus Maximus in Rom 2020 – daraus entstand ein Filmprojekt für die Kinoleinwand, produziert von Indigo Film gemeinsam mit der Oper Rom – sowie eine Verfilmung von Puccinis »Gianni Schicchi« (Genoma Films, 2021). 2022 präsentierte er außerdem »Archèus. Labirinto Mozart«, eine multidisziplinäre immersive Installation für die Biennale von Venedig anlässlich des 1600-jährigen Stadtjubiläums. 2025 kam sein erster Spielfilm »Primavera« in die italienischen Kinos, frei nach Tiziano Scarpas Roman »Stabat Mater«. Produziert wurde der Film von Warner Bros Italia und Indigo Film in Zusammenarbeit mit Moana Films. Darüber hinaus gehörte er zum Kreativteam der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele Milano Cortina 2026.

 

Neben seiner intensiven Operntätigkeit arbeitet Damiano Michieletto regelmäßig im Sprechtheater an bedeutenden italienischen Bühnen wie dem Teatro Stabile del Veneto und dem Piccolo Teatro di Milano. Dort inszenierte er unter anderem Goldonis »Il ventaglio«, Gogols »Der Revisor«, Brecht/Weills »Die Dreigroschenoper« sowie Čechovs »Der Heiratsantrag« / »Der Bär«.

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