Festtage der Oper Leipzig

Wagner 22

20.6. - 14.7.2022

3 Wochen
Unendlichkeit
Das gesamte Bühnenwerk Richard
Wagners in einem Festival.

Programm Wagner 22

13 Meisterwerke in chronologischer Reihenfolge

Im Sommer 2022 schaut die Musikwelt auf die Oper Leipzig: In der Geburtsstadt Richard Wagners werden alle dreizehn Opern des Komponisten in der Reihenfolge ihrer Entstehung zur Aufführung gebracht, nur die vier Teile des »Ring« sind aus der Chronologie ausgenommen und folgen aufeinander.

20.06.2022

Die Feen

21.06.2022

Das Liebesverbot

23.06.2022

Rienzi

25.06.2022

Der fliegende Holländer

26.06.2022

Tannhäuser

30.06.2022

Lohengrin

01.07.2022

Tristan und Isolde

03.07.2022

Die Meistersinger von Nürnberg

07.07.2022

Das Rheingold

08.07.2022

Die Walküre

09.07.2022

Siegfried

10.07.2022

Götterdämmerung

14.07.2022

Parsifal


Das Rahmenprogramm

3 Wochen Schwelgen

In Planung sind Events wie Public-Viewing auf dem Augustusplatz, Symposien zu verschiedenen Themen, Musikalische Salons. Viele weitere Programmpunkte runden die Wagner-Festtage ab.


Der Intendant

Die Oper Leipzig hat sich unter der Leitung von Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2022 das gesamte Repertoire der Opern Richard Wagners im Spielplan zu haben. Mit einem der weltbesten Orchester und den Stars der internationalen Wagner-Szene werden die Festtage der Höhepunkt von Ulf Schirmers Intendanz.

2022 bringen wir alle Opern Richard Wagners nach Leipzig

Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer


Tickets: Wagner 22 Pass und Einzelkarten

Festivalpass

Erleben Sie alle 13 Werke und profitieren Sie von bis zu 20% Rabatt im Vergleich zu Einzeltickets sowie vom kostenfreien Zugang zu unserem Rahmenprogramm und weiteren Vorteilen mit dem Erhalt Ihrer persönlichen Wagner22-Card zum ersten Vorstellungsabend.

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  • Tickets direkt buchen

    Sowohl Ihren Wagner22-Pass als auch Einzeltickets können Sie online über unseren Webshop unter www.oper-leipzig.de erwerben.

    Gern steht Ihnen der Besucherservice von Montag bis Samstag 10:00 – 19:00 Uhr auch persönlich an der Vorverkaufskasse im Opernhaus sowie per E-Mail und über die telefonische Kundenberatung als Ansprechpartner zur Verfügung.
     

    Besucherservice der Oper Leipzig
    Augustusplatz 12
    04109 Leipzig
    Tel: +49(0)341-12 61 261
    Fax: +49(0)341-1261 300
    service@oper-leipzig.de

  • Ihre Reservierung

    Gern nehmen wir per E-Mail, per Post oder telefonisch Ihre Reservierungswünsche für die Wagner 22 Festtage entgegen. Ihre Reservierungsbestätigung erhalten Sie auf Wunsch per Post oder per E-Mail.
    Jede Reservierung ist mit einer vierwöchigen Optionsfrist versehen. Bis zu der jeweiligen Optionsfrist haben Sie die Möglichkeit das Angebot kostenfrei zu stornieren oder nach Verfügbarkeit in der Anzahl zu verändern. Nach Ablauf der Optionsfrist erlischt grundsätzlich Ihr Anspruch auf die reservierten Tickets.

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    Gegen eine Gebühr von 3,– € versenden wir Ihre Eintrittskarten an die von Ihnen angegebene Anschrift.

    Abholung an der Kasse im Opernhaus
    Gegen eine Gebühr von 3,– € hinterlegen wir Ihnen Ihre Tickets an der Opernkasse - gern auch bis zum Veranstaltungsabend.
     

  • Barrierefreiheit

    Rollstuhlplätze
    Im Opernhaus stehen im Parkett sechs Rollstuhlplätze pro Vorstellung zur Verfügung.

    Ticketbestellungen ausschließlich über:

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    04109 Leipzig
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    Anfahrt
    Opernhaus
    Augustusplatz 12
    04109 Leipzig

    Bei Anfahrt mit dem PKW ist das Opernhaus von der Tiefgarage aus mit dem Aufzug barrierefrei zu erreichen. In der Tiefgarage stehen sechs rollstuhlgerechte Parkplätze in Eingangsnähe zur Verfügung. Zur Parkettebene gelangen Sie mit dem Aufzug auf der linken Seite der Garderobenhalle.

    Wenn Sie für Ihre Anfahrt einen Fahrdienst nutzen, befindet sich der Zugang zum Opernhaus in der Goethestraße. Sie werden vom Eingang abgeholt und zu Ihrem Platz begleitet.

    Sie erreichen die Haltestelle »Augustusplatz« mit den Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 15 und 16. Ihre Eintrittskarte gilt am Veranstaltungstag für 3 Stunden vor und nach der Veranstaltung gleichzeitig als Ticket für die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) in der Zone 110.

    Vom Leipziger Hauptbahnhof aus verlassen Sie das Gebäude durch die Osthalle, überqueren geradeaus die Ampel und gehen die Goethestraße hinauf (ca. 5 Minuten Gehweg).

     

    Barrierefreies Hören

    Induktionsschleifen existieren im Opernhaus im Parkett sowie im RangBitte stellen Sie Ihre Hörgeräte auf Telefon bzw. Induktion ein. Bitte beachten Sie dies bei Ihrer Sitzplatzbuchung. Der Besucherservice berät Sie gern unter telefonischen Servicehotline über geeignete Sitzplätze im Zuschauersaal

    Über die kostenlose Sennheiser MobileConnect App ist Streaming für barrierefreies Hören auf allen Plätzen möglich. Besucher mit Hörbeeinträchtigung erhalten über die App zusätzliche Tonspuren für Hörunterstützung. Die Übertragung erfolgt in Echtzeit auf das Endgerät des Besuchers. Die App ist für Android®und iOS®erhältlich und über den Personal Hearing Assistant lassen sich Sprachverständlichkeit und Klangqualität anpassen.

  • Übertitel

    Opern von Richard Wagner werden simultan in deutscher und englischer Sprache übertitelt. Wir weisen darauf hin, dass die Übertitelung aufgrund der Architektur des Saales in den Reihen 19 und 20 leider nur eingeschränkt oder gar nicht lesbar ist. Ein Anspruch auf die Lesbarkeit der Übertitel besteht nicht.

  • Ansprechpartner Service

    Besucherservice der Oper Leipzig
    Augustusplatz 12
    04109 Leipzig
    Fon + 49 (0)341 – 12 61 261
    Fax + 49 (0)341 – 12 61 300
    service@oper-leipzig.de

  

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Wagner Plus

Richard Wagner, im Jahr der Völkerschlacht in Leipzig geboren, verbrachte hier sein erstes Lebensjahr, bevor die Familie 1814 nach Dresden zog. Fünfzehnjährig kehrte er nach Leipzig zurück, um Schüler des Nikolai-Gymnasiums zu werden. Hier erwachte seine Leidenschaft und Neugier für die schönen Künste, hörte er seine erste Beethoven-Sinfonie, erhielt er seinen ersten Musikunterricht von Gewandhausmusikern, wurden am Gewandhaus erste Kompositionen aufgeführt. Es entstanden seine frühen Opern »Die Hochzeit« und »Die Feen«. Die Oper Leipzig hat seit dem 200. Geburtstag des großen Sohnes der Stadt kontinuierlich das Repertoire seiner Werke ausgebaut und ehrt ihn 2022 mit einer Aufführung sämtlicher 13 Opern.

Geburtshaus, heute »Höfe am Brühl«

»Zum roten und weißen Löwen«

Taufkirche Richard Wagners

Thomaskirche

Ausstellung zu Wagner

Alte Nikolaischule

Grab von Richard Wagners Mutter und Schwester

Alter Johannisfriedhof

Stätte der Wagner-Ehrung

Richard-Wagner-Hain, Palmengarten

Stephan Balkenhol

Richard Wagner-Denkmal

  • Das Haus »Zum roten und weißen Löwen«

    • Richard Wagner kam am 22. Mai 1813 als neuntes Kind des königlichen Polizeiaktuars Carl Friedrich Wilhelm Wagner (1770  – 1813) und seiner Frau Johanna Rosine (1774  – 1848) zur Welt. Er wurde auf dem Brühl im Haus »Zum roten und weißen Löwen« geboren. Der Name des Gebäudes ist den zwei steinernen Löwen über dem Türeingang zu verdanken, deren Sinn sich Wagner wie folgt erschloss: »Der rote Löwe ist zornrot und der weiße vor Angst weiß geworden.«
  • Kriegskind Richard Wagner

    Zur Zeit von Wagners Geburt war Leipzig von den französischen Truppen Napoleons besetzt, die die Stadt Leipzig und ihre Bewohner schwer belasteten. Die Stadt glich einem Heerlager und die wachsende Kriegskriminalität versetzte die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Außerdem drohte ständig ein erneuter Kampfausbruch zwischen den verfeindeten Armeen, so dass an einen geregelten Alltag nicht zu denken war. Auch die Familie Wagner litt unter den Wirren und kurz nach Richards Geburt floh die Mutter aus dem kriegsgebeutelten Leipzig nach Teplitz (Teplice). Im August kehrte sie jedoch zurück, um Richard am 16. August 1813 in der Leipziger Thomaskirche auf den Namen Wilhelm Richard taufen zu lassen.

    Ende August errang Napoleon bei Dresden einen letzten Sieg, bevor er nach der verlorenen »Völkerschlacht« bei Leipzig endgültig floh. Kurz darauf starb Richards Vater mit dreiundvierzig Jahren an Typhus, eine Folge des Krieges. Johanna Rosine heiratete darauf den Maler, Schauspieler und Dichter Ludwig Geyer (1779  – 1821), den langjährigen Freund der Familie. 1814 schließlich zog die Familie nach Dresden um, wo Wagner bis 1827 blieb.

  • Die künstlerisch-intellektuelle Elite im Kaffeehaus

    Die Stadt hatte sich in den 1820er Jahren vom Krieg erholt und zu einem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum entwickelt. Leipzig zählte in diesem Jahr stolze 41.000 Einwohner, darunter 1.500 Studenten. Bedeutende Persönlichkeiten wie Johann Christoph Gottsched, Gotthold Ephraim Lessing, Christian Fürchtegott Gellert, Robert Schumann oder die Verlegerfamilie Brockhaus trafen sich im traditionsreichen Leipziger Kaffeehaus »Zum Arabischen Coffe Baum«. Im Herzen von Leipzig gelegen, gehört es zu den ältesten Kaffeehäusern Europas. Robert Schumann konzipierte und diskutierte hier seine »Neue Zeitschrift für Musik«, in der auch Richard Wagner publizierte. Ein besonders enger Kontakt entstand zwischen den Familien Wagner und Brockhaus, als die beiden Firmenerben Hermann und Friedrich Brockhaus Wagners Schwestern Ottilie und Luise heirateten.

  • Wagner als Schüler der Nikolai- und Thomasschule

    Am 28. Januar 1828 wurde Wagner als Schüler in das Nikolai-Gymnasium direkt neben der Nikolaikirche aufgenommen. Die Alte Nikolaischule, wie Wagner sie kannte, existiert heute nur noch als Gebäude. Das Gymnasium ist nach mehreren Umzügen seit 1995 in Stötteritz ansässig und hieß von 1928 bis 1946 Richard-Wagner-Schule. Für Wagner war die Schulzeit lästig. Ein besonders guter Schüler war er nicht, sein rebellischer Geist lehnte sich gegen Lehrer, äußere Zwänge und »Schulpedantismus« auf. Rückblickend notiert er in »Mein Leben«: »Während zunächst nun das täglich vor meinen Augen sich ausbreitende Studentenleben mich immer mehr mit seinem auflehnungssüchtigen Geiste erfüllte, fand ich von einer anderen, ernsteren Seite her unerwartet eine neue Anregung zur Verachtung des Schulpedantismus«. Auf der Nikolaischule begegnete Wagner seinem langjährigen Freund Theodor Apel. Apel war der Sohn des Dramatikers Johann August Apel (auch genannt: »der Gespenster-Apel«), der auch die Textvorlage für Webers »Freischütz« schuf. 1830 wechselten Richard Wagner auf die Thomasschule. Bei Thomaskantor Christian Theodor Weinlig lernte er Kontrapunkt und erhielt den letzten Schliff in seiner musikalischen Ausbildung.

  • Frühe Liebe zur Kunst

    Wagner lebte während seiner Schulzeit im »Pichhof vor dem Hallischen Tore«, direkt unterm Dach. Anders als für den Schulstoff konnte er sich damals schon rückhaltlos für Theater, Musik und Literatur begeistern. Wie in vielen jungen Menschen weckten sie auch in Wagner eine »unbestimmte Sehnsucht« und beflügelten seine Phantasie. Seine Leidenschaft und Neugier für die schönen Künste konnte er in der Bibliothek seines Onkels Adolf Wagner stillen, der im bis heute erhaltenen Königshaus am Markt wohnte und zu einer wichtigen Bezugsperson für Richard wurde. Stundenlang unternahm der Onkel mit seinem jungen Neffen vor den Leipziger Toren Spaziergänge und ließ ihn in seiner Bibliothek stöbern, die Wagner »mit roten Ohren« frequentierte. Auf diese Weise entdeckte der junge Wagner Shakespeare und die deutschen Romantiker, die ihn nachhaltig beeinflussten.

  • Wagner und das Leipziger Gewandhausorchester

    Das ehrwürdige Gewandhaus (damals noch das Alte Gewandhaus an der Universitätsstraße) hatte eine große Bedeutung in Wagners Leben. Hier hörte er 1828 zum ersten Mal eine Beethoven-Sinfonie, die Siebente in A-Dur. Kurze Zeit später wohnte er einer Aufführung von Beethovens 9. Sinfonie bei, die ihn nachhaltig prägte. Unter dem Einfluss von Beethoven und den musikalischen Novellen E.T.A. Hoffmanns wurde für den jungen Wagner Musik zu einer »mystisch erhabenen Ungeheuerlichkeit«. Auch bekam Wagner seinen ersten Musikunterricht von Gewandhausmusikern: Bei dem Geiger Christian Gottlieb Müller (1800  – 1863) nahm er heimlich Stunden in Harmonielehre und Dirigieren, bei Friedrich Robert Sipp (1806 – 1899) lernte er Geige spielen. Wagner studierte darüber hinaus mit autodidaktischer Leidenschaft die Kompositionslehre »System der Musikwissenschaft und der praktischen Komposition« von Johann Bernhard Logier (1777  – 1846), die er sich aus der »Leihanstalt für Musikalien« von Friedrich Wieck, Clara Schumanns Vater, ausgeliehen hatte. So vertieft war Wagner in das Buch, dass er sich nicht an die Leihfristen hielt. Die Ausleihgebühren schossen in die Höhe und Wagner machte seine ersten Schulden. Außerdem wurden am Gewandhaus einige seiner frühen Kompositionen aufgeführt: 1832 stand seine Ouvertüre in d-Moll als »Großes Concert« auf dem Spielplan, wie Wagner stolz in einem Brief an seine Schwester Ottilie schreibt. Im Jahr darauf, am 10. Januar 1833, wurde Richard Wagners erste und einzige erhaltene Symphonie in C-Dur gespielt.

  • Die Ranstädter Bastei

    Das Theater auf der Ranstädter Bastei, das »Alte Theater«, wurde 1766 mit der Tragödie »Hermann« von Elias Schlegel in Anwesenheit des jungen Goethe eröffnet. 1817 zum »Theater der Stadt Leipzig« umgebaut, fungierte es von 1829 bis 1832 als Königlich Sächsisches Hoftheater Leipzig. Wagners Schwestern Rosalie (Wagners Lieblingsschwester) und Luise waren als Schauspielerinnen im Theater auf der Ranstädter Bastei engagiert. Hier erlaubte sich Wagner ungewollt einen »Weihnachtsscherz« auf eigene Kosten: Am Weihnachtsfeiertag 1830 wurde seine B-Dur-Symphonie »Mit dem Paukenschlag« unter dem angesehenen Dirigenten Heinrich Dorn aufgeführt, bei der sich das Orchester »schon in der Probe vor Lachen ausschütten wollte«. Der fünftaktige Rhythmus der Paukenschläge zu einem viertaktigen Allegro vermittelte den Eindruck, als würde sich der Paukenspieler beständig irren. Das amüsierte nicht nur Dirigent und Musiker, sondern auch das Publikum. Für den Debütanten Wagner aber war es ein Fiasko. Die Musik ist heute leider verschollen.

    Ein erfreulicheres Ereignis für den jungen Wagner war hingegen der Auftritt der Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient (1804 – 1860), ein »leuchtender Stern der Opernwelt«. Er hörte sie als Romeo in der Oper »I Capuleti e i Montecchi« von Vincenzo Bellini und war tief beeindruckt. Ihre ausdrucksstarke Spielweise war die Initialzündung für Richard Wagner, Musiker werden zu wollen.

  • Frühe Opern in Leipzig

    Nachdem er die Stadt 1833 verlassen hatte, kehrte Wagner ein Jahr später kurz nach Leipzig zurück. Es waren inzwischen seine ersten Opern »Die Hochzeit« und »Die Feen« entstanden, allerdings waren beide Werke wenig erfolgreich. »Die Hochzeit« vernichtete er nach scharfer Kritik aus seiner Familie und die für 1834 in Leipzig geplante Uraufführung der »Feen« kam nicht zustande – sie sollte erst fünf Jahre nach Wagners Tod am Hof- und Nationaltheater in München erfolgen. Ob es an der Bitterkeit dieser frühen Enttäuschungen lag oder nicht – auch später war Wagner mit den Leipziger Aufführungen seiner Opern nicht zufrieden. Friedrich Nietzsche schilderte in einem Brief, wie Wagner sich nachträglich über die Leipziger Kapellmeister lustig machte und ihren sächsischen Dialekt nachahmte: »Meine Gutsten, noch ein bisschen leidenschaftlicher!«

  • Salon-Begegnung in Leipzig

    Nach mehreren Jahrzehnten, in denen sich Wagner nur von Zeit zu Zeit in Leipzig aufgehalten hatte, traf er hier 1868 auf Friedrich Nietzsche (1844 – 1900). Bei einem Besuch im Salon seiner Schwester Ottilie und ihres Mannes Hermann Brockhaus lernte er den jungen Philosophen kennen. An jenem Abend sprachen sie über Wagners Musik und über die Werke Arthur Schopenhauers (1788 – 1860), den beide bewunderten. Der 24-jährige Nietzsche genoss die Gesellschaft des 21 Jahre älteren Komponisten und nahm dessen Einladung nach Tribschen (Luzern) an, wo eine intensive, aber konfliktreiche Freundschaft zwischen beiden beginnen sollte.

  • Wagner-Rezeption in Leipzig

    Mit der Eröffnung des Neuen Theaters am Augustusplatz, das für Oper und Schauspiel genutzt wurde, bildeten ab 1868 neben Werken von Mozart, Weber und Gluck die Pflege des Wagner-Repertoires einen besonderen Schwerpunkt. Erstmals außerhalb des Bayreuther Festspielhauses wurde 1878/79 Richard Wagners »Ring«-Tetralogie in Leipzig aufgeführt. Eine zentrale Figur in diesem Zusammenhang war Angelo Neumann, seit 1876 Operndirektor in Leipzig. Am Pult der »Ring«-Aufführungen standen u.a. der Dirigent Arthur Nickisch und der junge Gustav Mahler. Gustav Brecher, ab 1914 Generalmusikdirektor der Leipziger Oper, der u.a. Werke wie Kurt Weills »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« oder Ernst Kreneks »Johnny spielt auf« in Leipzig aus der Taufe hob, beschäftigte sich mit dem ambitionierten Vorhaben, anlässlich des 50. Todestages Richard Wagners im Jahre 1933 alle Werke des Komponisten in dessen Geburtsstadt auf die Bühne zu bringen. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Frühjahr desselben Jahres wurde der Komponist jüdischer Herkunft, der auch auf Grund seiner Affinität zur sogenannten »entarteten Musik« heftig angegriffen wurde, aus seinem Amt entfernt. Unter deutlich anderen ideologischen Vorzeichen wurden zum 125. Geburtstag Richard Wagners zwischen dem Todestag im Februar und dem Jubiläum im Mai 1938 alle Werke Wagners in Leipzig aufgeführt, einschließlich des Fragments »Die Hochzeit« und des Chorwerks »Das Liebesmahl der Apostel«. Nach der Zerstörung des Opernhauses im Dezember 1943 fanden in der Nachkriegszeit Aufführungen von Werken Richard Wagners in deutlich kleineren Dimensionen im Haus Dreilinden statt, einem Operettentheater im Stadtteil Lindenau, das der Oper Leipzig als Ausweichspielstätte diente und in dem heute das Ensemble der Musikalischen Komödie beheimatet ist. 1960 wurde das neue Leipziger Opernhaus, einziger Musiktheaterneubau der DDR, mit der Oper »Die Meistersinger von Nürnberg« eröffnet. 1973 -76 inszenierte der damalige Operndirektor Joachim Herz anlässlich des 100. Jahrestages der Bayreuther Festspiele und der Fertigstellung des »Ring der Nibelungen« die Tetralogie am Leipziger Opernhaus, die neben der Bayreuther Inszenierung von Patrice Chéreau und Pierre Boulez als »Leipziger Jahrhundertring« in die Geschichte einging. Noch vor Chéreau verortete die Konzeption von Joachim Herz die Mythentetralogie in ihre Entstehungszeit. In den folgenden Jahren gehörten die Werke Richard Wagners zum klassischen Repertoire der Oper Leipzig, nahmen aber keine exponierte Stellung ein.

  • 200. Geburtstag 2013

    Mit dem Jahr 2013 setzte an der Oper Leipzig eine regelrechte Wagner-Renaissance ein, die bis heute anhält. Gebührend feierte die Oper Leipzig gemeinsam mit der Stadt den 200. Geburtstag ihres berühmten Sohnes, u. a. mit dem Beginn einer Neuproduktion von Wagners »Ring des Nibelungen«. Außerdem brachte die Oper Leipzig in einer Kooperation mit den Bayreuther Festspielen (BF-Medien) Wagners selten gespielte Frühwerke – »Die Feen«, »Das Liebesverbot« und »Rienzi« – auf die Bühne. Die Energie, die Eindringlichkeit und die Kraft, die von den Frühwerken Wagners ausgehen, haben dazu beigetragen, dass Leipzig zu Recht wieder den Titel »Wagner-Stadt« führt.

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