Musikalische Komödie

Architektur und Geschichte

Seit 1918 ist im Stadtteil Lindenau, unweit der City, das Heitere und Komödiantische zu Hause. Ursprünglich als repräsentatives Großstadtvarieté eröffnet, ist das traditionsreiche Haus Dreilinden heute die Spielstätte der Musikalischen Komödie. Das Ensemble besitzt große Sympathien des Leipziger und eines überregionalen Publikums. Hier entstehen Theaterabende mit besonderem Flair und eigenem Charme in den Genres Operette und Musical. Garant dafür sind ein exzellentes Solistenensemble, ein spielfreudiger Chor, ein leistungsfähiges Ballett mit 15 Tänzern und ein vielseitiges Orchester mit 47 Musikern. Die Musikalische Komödie kann auf eine über vierzigjährige Kontinuität als Leipziger Operetten- und Musical-Theater zurückblicken. Das Haus verfügt heute über 529 Plätze und ist als Spezialtheater für diese Genre ein wahrer Publikumsmagnet.

Die Musikalische Komödie im Haus Dreilinden, gesehen von der Fotografin Kirsten Nijhof.

Das Gebäude

Der heutige Gebäudekomplex mit Theater und angrenzenden Wohnhäusern war ein bei seiner Einweihung im Jahr 1912 viel bewunderter Bau, der nach Eigenart des Leipziger Westens Wohnen, Arbeiten und Feiern räumlich integriert.

Das Haus verfügt heute über 529 Plätze. Obwohl seit 1992 auf zahlreichen Gebieten Rekonstruktionen durchgeführt wurden, sind die Emporen noch nicht nutzbar und noch weitere bauliche Maßnahmen notwendig und vorgesehen. 2014 konnte die Oper Leipzig das Nachbarhaus der Musikalischen Komödie, die »Dreilinden Nr. 24« erwerben. Dieses beherbergt ab 2015 Garderoben, eine Probebühne und den Kostümundus.

Die Geschichte

  • 2015 - 2003

    2015
    Am 5. Februar 2015 feierte die Musikalische Komödie das Richtfest ihres neuen Funktionsgebäudes. Der Umzug der Chor- und Orchestermitglieder in die neuen Garderoben in der Dreilindenstraße 24 ist im September geplant.

    2014
    Am 12. Mai 2014 konnte die Musikalische Komödie mit Betriebsdirektor Torsten Rose und dem Technischen Leiter Frank Schmutzler den Bescheid für die Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung entgegennehmen. Somit konnten am 14. Juli 2014 die Bauarbeiten zur Sanierung der Dreilindenstraße 24 als neues Funktionsgebäude der Musikalischen Komödie beginnen. Details zum Umbau gibt es auf dem Blog der Musikalischen Komödie.

    Blog der Oper Leipzig

    2012
    Zur Erhöhung der Sicherheit wurde die Notbeleuchtung komplett erneuert. Außerdem ist die Sanierung des Nachbarhauses Nr. 24 geplant, wofür bereits jährliche Gelder vom Stadtrat genehmigt wurden.

    2009
    Ein großer Schritt in Richtung verbessertes Klangerlebnis stellt die Anschaffung eines digitalen Tonpultes dar, welches das alte analoge Mischpult abgelöst hat.

    2007
    Die Freiflächen Dreilindenstraße 14 bis 22 ist zum »Komödien-Park(en)« umgestaltet worden. Dieser sogenannte »MuKo-Garten« wurde begrünt und es sind Besucher- und Busparkplätze sowie die Möglichkeit zur Durchführung von Open Air Veranstaltungen entstanden.

    2006
    Mit finanzieller Unterstützung des EU-Programms Urban II und dem Sanierungsgebiet Lindenau wurde die Dreilindenstraße neu gestaltet und ein Theatervorplatz für die Musikalische Komödie geschaffen. Der großzügige Eingangsbereich ist nun für Besucherinnen und Besucher noch attraktiver und setzt wichtige Zeichen für die weitreichende Sanierung eines ganzen Stadtteils. Das Foyer der Musikalischen Komödie wurde mit finanzieller Unterstützung durch das Publikum (Dreilindeneuro), dem Förderverein und privaten Spenden nach historischem Vorbild rekonstruiert. Die Feierliche Einweihung des Vorplatzes und des Foyers fand am 24. September 2006 statt.

    2004
    Mit Mitteln des »Dreilindeneuros« wurden das Anbringen neuer Vorhänge, die Neugestaltung des Portals und der Wände im Zuschauerraum sowie die Erneuerung des Parkettbodens im Zuschauersaal ermöglicht.

    2002-2003
    Unter Zuhilfenahme des »Dreilindeneuros« wurde die Zuschauertoiletten modernisiert sowie eine Behindertentoilette geschaffen. Zudem wurde eine dringend notwendige Niederspannungshauptverteilung errichtet, damit der Bühnenbetrieb weiter funktionieren konnte.

  • 1995 - 1989

    1995 - 1996
    In der zweiten Phase der Sanierung wurden vor allem umfangreiche brandschutztechnische Maßnahmen vorgenommen sowie die Umstellung des Heizungssystems von Dampf auf Wasser. Im Rahmen des Erhalts und der Wiederherstellung der Spielstätte wurden in den zwei Sanierungsphasen insgesamt Maßnahmen im Umfang von 7,5 Mio. € durchgeführt.

    Überdies wurde das sanierungsbedürftige Nachbarhaus in der Dreilindenstraße 24 erworben, mit dem Ziel, zumutbare Aufenthalts- und Sanitärräume für den Chor der Musikalischen Komödie dort zu errichten. Es erfolgte die bauliche Sicherung des Hauses – welches direkt mit dem Bühnenhaus durch einen Zugang verbunden werden soll – und der Bau einer stützfreien Dachkonstruktion, um im Dachgeschoss die Möglichkeit für den Einbau eines lange überfälligen Ballettsaales zu schaffen.

    1993
    Die festliche Wiedereröffnung des Hauses fand am 20. Mai 1993 mit der Premiere des Musicals »La Cage aux Folles« statt. In den 90er Jahren sorgten ein großes Repertoire und bemerkenswerte Musical-Inszenierungen für einen vollen Zuschauersaal. Die erfolgreiche Fortsetzung der Gastspiele ist ebenfalls zu einem festen Bestandteil des Ensembles der Musikalischen Komödie geworden.

    1992
    In diesem Jahr wurde die Spielstätte in der Dreilindenstraße wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten und denkmalpflegerischer Maßnahmen vorrübergehend geschlossen. Nach Vorlage eines kompletten Sanierungs- und Erneuerungskonzeptes für den gesamten Gebäudekomplex wurden im Rahmen des Erhalts und der Wiederherstellung der Spielstätte verschiedene Maßnahmen durchgeführt. Diese erste Sanierungsphase beinhaltete unter anderem die Sanierung der Bühne, eine verbesserte Licht- und Tontechnik sowie das Freilegen der originalen Saaldecke – des Tonnengewölbes – von 1918. Während dieser Zeit fanden die Vorstellungen der Musikalischen Komödie im Opernhaus und als Gastspiele in Deutschland, der Schweiz und Österreich vor begeistertem Publikum statt.

    1989 -1990
    Spielzeitbeginn – nach Tod von Klaus Winter (Sommer 1989) – mit der Übernahme der Künstlerischen Leitung des Hauses durch ein Leitungsteam: Monika Geppert (Ballettmeisterin), Roland Seiffarth (Musikalischer Oberleiter) und Erwin Leister (Oberspielleiter). Nach der politischen Wende im Herbst 1989 Vorbereitung der Entflechtung des Gesamtverbandes der Leipziger Theater.

    Januar 1990
    Vorübergehende organisatorische und juristische Eigenständigkeit der Musikalischen Komödie als Operetten- und Musicaltheater unter Intendant Hans-Hermann Krug.

    Mai 1990
    Die Musikalische Komödie – als spezielle Spielstätte von Operette und Musical – wurde künstlerisch eigenständiger Bestandteil der Oper Leipzig unter der Intendanz von Prof. Udo Zimmermann. Direktorin der Musikalischen Komödie war Monika Geppert.

    1983-1989
    Klaus Winter Direktor der Musikalischen Komödie, eines der drei Spezialtheater für Operette und Musical in der damaligen DDR (neben dem Metropol-Theater Berlin und der Staatsoperette Dresden): Unter Winters Direktion erfolgte eine besondere Hinwendung zur Wiener Operette und seiner Meister Johann Strauß und Robert Stolz. Beginn einer besonderen Pflege der Werke von Robert Stolz; Erstaufführungen seiner Operetten »Der Tanz ins Glück« (1983), »Trauminsel« (1987, mit Fernsehaufzeichnung). Fortsetzung der Robert-Stolz-Pflege in den 90er Jahren mit »Frühjahrsparade« (1994) und »Venus in Seide« (1997) sowie den Stolz-Revuen »Im Prater blüh'n wieder die Bäume« und »Ein Abend bei Robert Stolz«. Große Verdienste bei der Aufführung Stolzscher Werke hat Musikdirektor Roland Seiffarth (seit 1979 Musikalischer Oberleiter und Chefdirigent der Musikalischen Komödie).

  • 1968 - 1912

    1968
    Umbenennung des Hauses in »Musikalische Komödie«, damit weitere stärkere eigene Profilierung. Vorwiegend Aufführung von Operetten, Musicals, musikalischen Lustspielen, immer seltener Spiel- und Kammeropern. Seit Mitte der sechziger Jahre auch Aufführungen von großen Broadway-Musicals, z.B. »Kiss Me Kate« (1965), »My Fair Lady« (1967), »Can Can« (1968). In den siebziger und achtziger Jahren Entwicklung der Musikalischen Komödie hin zur ausschließlichen Spielstätte von Operette und Musical mit interessanten Musical-Aufführungen wie »Der Mann von La Mancha« (1972), »Cabaret« (1977), »Sweet Charity« (1981), »Alexis Sorbas« (1982) und konzeptionell herausragenden Operetteninszenierungen u.a. von »Paganini« (1979) und »Der Graf von Luxemburg« (1982).

    1965
    Wolfgang Weit neuer Künstlerischer Leiter des Hauses, ab 1968 Direktor (bis 1983). Qualitative und quantitative Weiterentwicklung des Ensembles und eines leistungsfähigen Orchesters mit großer stilistischer Vielseitigkeit durch künstlerische Aufgaben innerhalb verschiedener musikalischer Genres (Spieloper, Operette, zeitgenössische Musik), u.a. »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« (Inszenierung Joachim Herz, 1967).

    1960
    Mit der Eröffnung des neuerbauten Opernhauses am damaligen Karl-Marx-Platz erfolgt die Umbenennung in »Kleines Haus Dreilinden«. Beginn der Profilierung als gleichberechtigtes zweites Musiktheater im Verband der damaligen Leipziger Theater – neben dem Schauspielhaus, den Kammerspielen und dem Theater der Jungen Welt. Übernahme der bis dahin am ehemaligen Operettentheater am Lindenauer Markt beschäftigten Solisten, Chorsänger, Tänzer und Orchestermusiker als künstlerischer Stamm des Operettenensembles im Kleinen Haus Dreilinden unter der Künstlerischen Leitung von Regisseur Erhard Fischer. Zunehmende Bedeutung der klassischen Operette im Repertoire des Kleinen Hauses. Besondere Pflege der Werke von Jacques Offenbach.

    1952
    Umbau des Hauses zur Gewährleistung minimalster Anforderungen an ein Operntheater. Mit Aufnahme des regelmäßigen Spielbetriebes herausragende Opern- und Ballettproduktionen; Aufführungen wichtiger Opern von Wagner und Strauss sowie zeitgenössischer Werke durch namhafte Dirigenten wie Franz Konwitschny und Paul Schmitz, Regisseure wie Erhard Fischer und Joachim Herz, Choreografinnen wie Mary Wigman und Emmy Köhler-Richter.

    1944
    Spielstätte der Leipziger Oper nach Zerstörung des Neuen Theater am Augustusplatz im Zweiten Weltkrieg.

    1918
    Eröffnung eines großstädtischen Varietétheaters im Festsaal.

    1912
    Nach Umbau Wiedereröffnung als prunkvoller Festsaal mit kleiner Bühne für künstlerische Darbietungen; Bierschwemme und Weinlokal auf den Emporen. Eröffnung eines großstädtischen Varietétheaters im Festsaal.

  • 1713

    1713

    Gasthaus in Lindenau, in dem später auch Napoleon nach der Völkerschlacht bei Leipzig 1813 übernachtet haben soll; später Gasthaus mit Biergarten, beliebtes Ausflugsziel der Leipziger. Schon vor 1900 Spiel von Sommertheater im Garten des Gasthauses.

Neubau Funktionsgebäude

Seit dem 14. Juli 2014 laufen die Sanierungsarbeiten in der Musikalischen Komödie auf Hochtouren. Der milde Winter 2014/15 begünstigte die Bauarbeiten, vor allem im Außenbereich am neuen Verbindungsgebäude zwischen der Dreilindenstraße 30 und 24. So konnte seit Baubeginn ohne größere Unterbrechungen saniert werden.

 

Richtfest
  • 5.2.2015 – Richtfest

    Richtfest in der Musikalischen Komödie

    Am Donnerstag, den 5. Februar 2015, feierte die Musikalische Komödie mit dem Richtfest einen weiteren Meilenstein in der aktuellen Sanierungsphase. Nach einer Ansprache des Intendanten der Oper Leipzig, Prof. Ulf Schirmer, und des Kulturbürgermeisters der Stadt Leipzig, Michael Faber, wurde in ganz traditioneller Manier der Segensspruch vom Zimmermann Enrico Igel gesprochen. Außerdem brachten Mitglieder des Chors und Orchesters der Musikalischen Komödie ein Ständchen.

    In seiner Ansprache bedankte sich der Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer nicht nur bei den Bauarbeitern, sondern freute sich auch über die besondere Förderung des Bauprojekts: »Ich empfinde es als schönes Zeichen, dass die Kunstform der Operette und die Kunstform des Musicals so gefördert wird« – nämlich durch Mittel der Stadt, des Landes und ganz Europas. Für Schirmer sei dies »eine wunderbare Sache«.

    Auch der Kulturbürgermeister der Stadt Leipzig, Michael Faber, betonte die große Bedeutung des Bauprojekts in Anbetracht der schlechten Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Musikalischen Komödie: »Es ist erstaunlich wie wenig gemurrt worden ist, es ist erstaunlich, dass die Kollegen und Kolleginnen die Bedingungen ausgehalten haben und trotzdem auf der Bühne großartige Leistung hingelegt haben.« Weiterhin sei für Faber die Sanierung der Musikalischen Komödie »ein Stück Zukunft« für den Stadtteil Leipzig-Lindenau, aber auch für das kulturelle Klima der gesamten Stadt Leipzig.

  • Januar 2015

    Die Erdarbeiten sind bis auf Restleistungen beendet. Die Rohbauten des Verbinders und des 2. OG des Anbaus sind erstellt, das Steildach ist bereits zu 95 Prozent fertig. Weiterhin wurden bereits die Fenster im 1. Dachgeschoss montiert und die Decke im Erdgeschoss fertiggestellt. Auch das Mauerwerk im Erdgeschoss des Altbaus ist fertig saniert.

  • Interview mit Bauleiterin Ilka Giller

    Ein Interview mit Bauleiterin Ilka Giller.

    Nach gut drei Monaten Bauzeit an der Musikalischen Komödie gibt es schon viele Neuerungen zu sehen. Doch der Winter rückt immer näher und bis dahin muss noch einiges geschafft werden. Was genau, das hat uns Bauleiterin Ilka Giller verraten.

    Wie schätzen Sie den bisherigen Baufortschritt ein?

    Also wir sind auf jeden Fall etwas hinterher. Bauen im Bestand ist immer etwas spannend – sobald man den Hammer ansetzt, kommt etwas zum Vorschein, was man vorher eigentlich nicht gesehen hat. Deshalb mussten wir z.B. den Keller mehr ausgraben als eigentlich gedacht, Fundamente reinsetzen und dadurch konnten die Arbeiten im Altbau zunächst nicht fortgesetzt werden. Derzeit sind die Hauptarbeiten im Dach des Altbaus und da sind wir ganz guter Dinge, dass Ende November in der obersten Etage die Fenster drin sind und das Dach dicht und gedämmt ist, damit wir dann eine Etage fertig haben, auf der sich die Bauarbeiter unter anderem auch mal aufwärmen können. Die Decke und die äußere Hülle des Verbindungsgebäudes zwischen dem Haus Dreilinden und der Dreilindenstraße 24 soll bereits Ende nächster Woche, also Mitte November fertig werden.

    Die gesamte Bauphase beinhaltet ein straffes Programm an notwendigen Baumaßnahmen. Setzen Sie auf einen milden Winter, um alles schaffen zu können?

    Wir sind natürlich alle darauf angewiesen und drücken die Daumen, dass es ein genau so schöner Winter wird wie letztes Jahr, also ohne Frost. Bis jetzt haben wir ja Glück gehabt mit den Außenarbeiten. Also ich selber möchte da draußen jetzt nicht stehen, aber die Jungs sind da ja ziemlich dick eingepackt, die Arbeitshandschuhe wärmen ja auch ein bisschen, und sie haben den Bauwagen mit Heizung. Ich würde sagen, da muss man einfach durch. Ich habe vor vielen Jahren selbst auch Baustellenpraktika absolviert, natürlich wird es kalt, aber man härtet da auch einfach ab. Das Temperaturempfinden der Bauarbeiter ist da eh etwas anders.

    Was muss bis zum ersten Schnee bzw. bis zum Wintereinbruch noch unbedingt gemacht werden?

    Bevor es anfängt zu schneien sollten bestenfalls alle Geschossdecken vom Roh- und Altbau drin, dran und drauf sein. Wenn jetzt morgen natürlich der große Blizzard kommt, dann müssen die Arbeiten erstmal eingestellt werden. Dann müssen alle in den Altbau rein und machen, was geht. Aber wir versuchen natürlich optimistisch zu sein. Das wird schon klappen, alles wird gut.

    Ilka Giller studierte Architektur in Detmold und Wuppertal. Seit 2013 ist sie bei der Stadt Leipzig als technische Sachbearbeiterin/ Bauleitung tätig. In der Musikalischen Komödie hat es ihr besonders das Stück „Das Ding mit dem Ring“ angetan.

  • Oktober 2014

    Cafeteria und Gang zum Bühnengebäude entstehen

    So langsam bekommt die Baustelle in der Dreilindenstraße 24 eine Form. Seit dem 14. Oktober stehen die ersten Wände für den neuen Zwischenbau, der als Verbindung zwischen dem Haus Dreilinden und dem Funktionsgebäude in der Dreilindenstraße 24 dient. In diesem Neubau wird zukünftig auch die Cafeteria der Musikalischen Komödie ansässig sein.

    Die weiteren Baufortschritte im Überblick:

    Die Abbrucharbeiten und die Grundleitungsverlegung in der Dreilindenstraße 24 sind mittlerweile abgeschlossen und abgenommen. Für den Anbau konnte ebenfalls schon die Bodenplatte fertig gestellt werden.

    Auch die Aufzugsunterfahrung ist betoniert und die Kellerwände und Verbinder für die Betonwände sind gestellt.

    Das baldige Funktionsgebäude ist nun eingerüstet und die Gründungsverstärkungen der Mittel- und Giebelwand sind fertig. Die Gründungsverstärkung der Treppenhauswand wird aktuell ausgeführt.

    Die Kantine nimmt bereits Form an, für sie werden schon die ersten Fertigteilwände gestellt.

  • Was lange währt, wird endlich gut

    Umbauarbeiten in der Musikalischen Komödie schreiten voran

    Das Warten hat ein Ende: Nach über 20 Jahren langer Versprechungen ist nun Land in Sicht für bessere Arbeitsbedingungen in der Musikalischen Komödie. Denn seit dem 14. Juli 2014 finden im Haus Dreilinden und in der Dreilindenstraße 24 Umbauarbeiten statt, mit deren Abschluss u.a. neue Garderobenräume für Chor und Orchester entstehen werden.

    Damit die Musikalische Komödie 2015 in neuem Glanz erstrahlen kann, wird das benachbarte Gründerzeitgebäude in der Dreilindenstraße 24 zum neuen Aufenthaltsgebäude für Chor- und Orchestergarderoben umfunktioniert. Dort wird auch Platz für eine Probebühne im Dachgeschoss und den Kostümfundus auf dem Dachboden sein. Außerdem gibt’s dazu einen schicken Zwischenbau mit Cafeteria, der als Verbindung zum Haus Dreilinden dienen wird. Die Musikalische Komödie sagt nun ade zu ihren maroden und fensterlosen Kellerräumen.

    Straffes Programm

    Die Umbauarbeiten sind bereits in vollem Gange. Seit Ende Juli wird fleißig gewerkelt, von Abbrucharbeiten im Gebäude, Freimachen des Grundstückes bis hin zu Erdarbeiten und die Verlegung der Grundleitungen. Diese Aufgaben wurden Anfang September bereits abgeschlossen, nun geht es dem Fundament an den Kragen und ein Kran steht auch schon für die kommenden Arbeiten bereit. Doch das ist längst noch nicht alles. Bis zum Umzug von Chor und Orchester in das neue Funktionsgebäude im Mai 2015 gibt es noch so einiges zu tun.

  • Muffig, modrig, miefig – Chormitglieder der MuKo packen aus (und ein)

    Ein Interview mit den Chorsängern Christa und Mathias Paarsch

    Die Kellerräume der Musikalischen Komödie mit den Garderoben für das Ensemble sind in einem unzumutbaren Zustand. Christa und Mathias Paarsch erzählen, wie es sich in den liebevoll betitelten „Katakomben“ aushalten lässt und welche Überraschungen das „Phantom der Oper“ schon für sie bereithielt.

    Wie haben Sie die Musikalische Komödie und ihre Räumlichkeiten wahrgenommen, als Sie hier angefangen haben?

    Christa Paarsch (CP): „Also ich fand das toll, mich hat das fasziniert. Auch unten die Kellergänge und die alten Schminktische. Also wie gesagt, ich find das toll.“

    Mathias Paarsch (MP): „Bei wir war es ähnlich. Ich kannte die Musikalische Komödie schon von früher, als ich im Kinderchor gesungen habe und da wusste ich bereits, was mich erwartet. Einiges war früher anders, im Laufe der Zeit wurden teilweise Garderobenräume zu Zweckräumen umgestaltet.“

    Auch wenn die Kellerräume nicht so schön anzusehen sind, was verbinden Sie damit auf einer emotionalen Ebene, vor allem mit den Garderoben, in denen Sie ja viel Zeit verbracht haben?

    Der ehemalige Chordirektor Wolfgang Horn zu Besuch in einer Herrengarderobe der Musikalischen Komödie. Inklusive eines roten Teppichs. Foto: Emilie Cattin.

    MP: „Ich fühle mich noch immer wie zu Hause in meiner Garderobe. Wir haben im Laufe der Jahre auch viel selbst in den Garderoben gemacht, bei anderen Kollegen gemalert oder bei uns einen Teppich reingelegt. Was mich auf jeden Fall die ganzen Jahre gestört hat, das waren die Toilettenverhältnisse. Ich bin glaube ich in den ganzen Jahren nicht einmal dort duschen gewesen. Genau so sahen auch mal die Toiletten im Zuschauerbereich aus. Und da haben wir dann gesagt: „Also Leute, selbst die Bahnhofstoiletten sehen besser aus, macht hier bitte was!“ Unsere Toiletten sahen aus wie aus dem letzten Jahrhundert, für die Notdurft hat es gerade so gereicht, aber schön war es natürlich nicht.“

    CP: „Es sieht natürlich katastrophal aus, aber irgendwie, über die vielen Jahren, vermisst man streckenweise sogar den Geruch nach dem Sommerurlaub. [lacht] Der ist irgendwie anheimelnd. Es ist muffig, modrig, es riecht nach Kostüm, Schminke und da ist der Toilettengeruch. Aber es wird auf jeden Fall Zeit, dass etwas gemacht wird.“

    Welche Anekdoten fallen Ihnen ein, wenn Sie an die letzten Jahre hier in der Musikalischen Komödie zurückdenken?

    MP: „Also ich kann mich erinnern, wir kamen an einem Regentag zur Vorstellung in die Musikalische Komödie, kamen runter in den Keller und die Kellergänge schwammen. Und da hat man Euro-Paletten in die Gänge und Garderoben gelegt, damit wir einigermaßen trocken zur Maske, auf die Bühne und wieder zurück in die Garderoben gehen konnten. Und das alles über diese Paletten. Die Kostüme waren trotzdem unten nass, das muss man dazu sagen. Aber es wurde einfach durchgezogen, die Vorstellung musste schließlich stattfinden.“

    CP: „Was damals auch vorgekommen ist: Ich hatte für ein Stück eine ganz alte Perücke bekommen, aber irgendetwas war komisch damit. Irgendwann merkte ich dann, dass sich in den Haaren eine Kakerlake verfangen hatte. Aber das passierte einfach, denn die Perücken liegen in der Maske und sind zeitweise auch ungenutzt. Wir hatten auch schon Ratten, die im Keller spazieren gingen, was natürlich auch mächtig roch. Manchmal haben wir uns nicht einmal auf die Damentoilette getraut, weil da in der Ecke eine Ratte saß. Das konnte durchaus passieren, man musste also hart sein. [lacht]“

    Wie geht man damit um, wenn man sich an einem teils so ungemütlichen Ort aufhalten muss?

    CP: „Wir haben natürlich versucht das Beste daraus zu machen. Zum Beispiel mit witzigen Aufklebern. An der Damentoilette hängt jetzt ein Schild mit der Aufschrift „Wellness-Oase“. Das ist zwar ironisch, aber man arrangiert sich dann eben damit. Jeder hat versucht seinen Platz auszuschmücken, mit Fotos, Familienbildern und Kleinigkeiten. Wir haben z.B. auch angefangen unsere Wände zu bemalen: Bei uns sind kleine Würmchen an der Wand, oben auf dem Sims steht ein Kürbis und wir haben Hawaii-Ketten aufgehängt.

    Auf was freuen Sie sich besonders bei dem bald neuen Gebäude, dem Haus 24?

    CP: „Das sind hauptsächlich die Toiletten und die ganzen sanitären Sachen. Es ist dann trockner und hoffentlich auch heller, denn wir haben bisher immer auf Mauern geguckt. Aber man fragt sich auch, wie mit dem neuen Gebäude schnelle Umzüge innerhalb einer Vorstellung funktionieren sollen. Bisher konnte man immer noch einmal schnell zurück in den Keller flitzen, wenn man vor dem Auftritt doch noch etwas vergessen hatte.“

    MP: „Es gibt dann zwar auch einen Fahrstuhl, aber das setzt natürlich voraus, dass der nicht stecken bleibt während der Vorstellung, wie es uns auch schon im Opernhaus passiert ist, als wir dort eine Zeit lang gespielt haben.“

    Zu guter Letzt, was wünschen Sie sich zukunftsweisend für die Musikalische Komödie?

    CP: „In erster Linie natürlich, dass es weiter geht. Dass wir richtig abgesichert sind in der Stadt und nicht ständig zur Disposition stehen. Außerdem wäre es natürlich schön, wenn der familiäre Charakter der Musikalischen Komödie erhalten bleibt und ich glaube, dass das neue Gebäude auch dazu beitragen wird, weil eben alles kompakt zusammen ist.“

     

    Christa und Mathias Paarsch sind seit über 30 Jahren Mitglieder des Chors der Musikalischen Komödie. Das Ehepaar stand schon mit seinen Kindern und mittlerweile auch mit ihrer Enkelin zusammen auf der Operettenbühne. Trotz der unhaltbaren Arbeitsbedingungen haben sich beide bewusst für die Musikalische Komödie entschieden und fühlen sich dort nach wie vor heimisch.