Biografie
Das Leipziger Ballett, dessen Ursprünge bis ins späte 17. Jahrhundert reichen, zählt heute zu den großen internationalen Kompanien. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts setzte Mary Wigman mit ihrer Choreographie von Carl Orffs »Carmina Burana« mit Stilmitteln des Ausdruckstanzes einen Meilenstein. Seit Eröffnung des Neuen Opernhauses im Jahr 1960 wurden nahezu alle großen Handlungsballette, aber auch zeitgenössische choreographische Handschriften aufgeführt.
Die Einleitung einer neuen Ära erfolgte 1991 mit dem Antritt von Uwe Scholz als Ballettdirektor und Chefchoreograph. Seiner ersten Leipziger Premiere »Die Schöpfung« folgten sinfonische Ballette wie »Die Große Messe«, »Siebente Symphonie« und »Bruckner 8«, die auf Gastspielen in ganz Europa und Asien gezeigt wurden. Nach dem Tod von Uwe Scholz im Jahr 2004 setzte der neue Ballettdirektor Paul Chalmer u.a. mit einem dreijährigen Strawinsky-Zyklus wesentliche Akzente.
Von der Spielzeit 2010/11 bis 2023/24 leitete Mario Schröder die Company als Ballettdirektor und Chefchoreograph. Zuvor wirkte er in gleichen Positionen in Würzburg und Kiel, schuf weit über 60 Choreographien u.a. in Japan, USA, Russland, Frankreich und der Mongolei sowie für große deutsche Bühnen wie Deutsche Oper und Komische Oper Berlin und für das Aalto Ballett Essen. Er arbeitete mit Ruth Berghaus, Maxim Dessau, Nikolaus Lehnhoff und Uwe Scholz zusammen und ist Preisträger zahlreicher Choreographie-Wettbewerbe.
Mit der Spielzeit 2024/25 übernahm Rémy Fichet die künstlerische Leitung des Leipziger Balletts. Sein programmatischer Fokus liegt auf der Förderung choreographischer Innovation bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der klassischen Balletttechnik als Grundlage aller choreographischen Forschungen. In der Zusammenarbeit mit international renommierten Gastchoreographinnen und -choreographen versteht sich das Leipziger Ballett als Kreativlabor, das verschiedene Bewegungssprachen und Stile in Dialog bringt. Ebenso ist die Pflege des Erbes von Uwe Scholz fester Bestandteil der Arbeit von Rémy Fichet. Das Leipziger Ballett versteht Tanz als eine Erzählform, die sowohl konkrete Geschichten trägt als auch rein durch Bewegung wirkt, und entwickelt sich dabei im stetigen Austausch zwischen Choreographinnen, Choreographen und Ensemble kontinuierlich weiter.
