Zum Chor der Musikalischen Komödie, seit 2008 unter der Leitung von Mathias Drechsler, gehören 27 Sängerinnen und Sänger, die zum Teil auch in solistischen Rollen zu erleben sind. Das Ensemble bestreitet alle Vorstellungen der Musikalischen Komödie, in denen ein Chor besetzt ist und singt so in stetem Wechsel Operette, Musical und Spieloper. Dabei zeigt sich gerade im klassischen Bereich das hohe Leistungsvermögen des kleinen Ensembles. Bei größeren Besetzungsanforderungen helfen Chorgäste, vorwiegend Studierende der Hochschule für Musik und Theater Leipzig »Felix Mendelssohn Bartholdy«, die so ihre ersten berufspraktischen Erfahrungen machen. Der Chor der Musikalischen Komödie zeichnet sich besonders durch große Spielfreude, Bühnenpräsenz und Beweglichkeit aus. Auch tänzerische Bewegung ist Pflicht für einen Chor, der in Operetten und Musicals auftritt.
Der Chor der Musikalischen Komödie ist ebenfalls gefragt, wenn es um außergewöhnliche Opernprojekte geht, so beispielsweise bei Verdis »Don Carlos«, bei »Boris Godunow« von Mussorgski sowie bei den Berlioz-Opern »La Damnation de Faust« und »Les Troyens«. Einen Höhepunkt stellte die Mitwirkung bei der Uraufführung von »dienstag« aus »licht« von und mit Karlheinz Stockhausen 1993 dar. Aber auch die Chorpartien kleinerer Formate wie die »Kleine Offenbachiade« mit drei Einaktern von Jacques Offenbach, moderne Kammer-opern wie »Draußen vor der Tür« (Xaver Paul Thoma) oder »Das Wachsfigurenkabinett« (Karl Amadeus Hartmann) im Kellertheater sowie »Aus der Matratzengruft« (Günter Bialas) und »Greek« (Mark-Anthony Turnage) auf der Drehscheibe der Opernbühne wurden ausschließlich vom Chor der Musikalischen Komödie realisiert.
Innerhalb der Konzertreihe »Klangfarben« sang der Chor größere chorsymphonische und geistliche Werke, in der Reihe »muko.hör.saal« präsentiert er sich auch mit a-cappella-Repertoire. Hervorzuheben sind nicht zuletzt die Gastspielanfragen, wie bei einer konzertanten Aufführung der »Dollarprinzessin« mit dem Münchner Rundfunkorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer im Münchner Prinzregententheater.
Chor, Ballett und Orchester
Chor

Ballett

Das Ballett der Musikalischen Komödie gehört als eigenständige Company neben dem Leipziger Ballett zur Oper Leipzig. Die Company besteht aus 15 klassisch ausgebildeten Tänzerinnen und Tänzern aus unterschiedlichen Nationen. Dabei zeichnet die Company eine Vielseitigkeit aus, die sich darin äußert, dass verschiedene Tanzstile von klassischer Technik, über Modern bis Stepptanz bedient werden und dazu auch kleinere Gesangs- und Sprechrollen gefordert sind.
Bereits im »Neuen Operettentheater« (»Centraltheater«) gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein Ballett. Das Ballett der Musikalischen Komödie wurde vor allem ab den 1960er Jahren durch die Palucca-Schülerin Monika Geppert geprägt. Sie war ab 1962 Solotänzerin und später bis 2003 Direktorin und Ballettmeisterin, erarbeitete in dieser Zeit viele Choreographien und formte dabei aus der Company ein leistungsstarkes und genrespezifisches Ensemble für Operette und Musical. 2005 übernahm Mirko Mahr, früherer Demi-Solist im Leipziger Ballett, die Leitung des Balletts der Musikalischen Komödie. Während die Company zuvor ausschließlich im regulären Spielbetrieb auftrat, kreiert Mirko Mahr darüber hinaus seitdem auch eigene Ballettabende und Handlungsballette wie »Aschenputtel«, »Romeo und Julia«, »Carmen«, »Alice im Wunderland«, »Zorbas / Balkanfeuer« oder neu ab 2026 »Strangers in the Night«.
Orchester

»Mit Ihnen musizieren zu dürfen, ist mir nicht nur eine Ehre, sondern ein ganz großes Vergnügen !«, so Robert Stolz (1880 – 1975), einer der zahlreichen renommierten Gastdirigenten, mit denen das Orchester in seiner Geschichte arbeiten durfte.
Das Orchester der Musikalischen Komödie kann auf eine mehr als einhundertjährige Geschichte zurückblicken. Es ist nach dem Gewandhausorchester das zweitälteste Orchester der Stadt Leipzig. Das Orchester entwickelte sich unter seinen Chefdirigenten zu einem international ausgewiesenen Spezialensemble für stilgerechte musikalische Aufführung von Operetten aller Couleur, Musicals und Spielopern. Roland Seiffarth dirigierte seit 1967 am Haus, war von 1978 bis 2007 Musikalischer Oberleiter und Chefdirigent und wurde danach zum Ehrendirigenten des Orchesters ernannt. Von 2007 bis 2015 war Stefan Diederich Chefdirigent der Musikalischen Komödie, von 2016 bis 2022 Stefan Klingele. Seit 2024 hat diese Position Michael Nündel inne. Regelmäßige Gastspieleinladungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz führten das Orchester u. a. in die Philharmonien von Köln und Essen, zum Open Air auf dem Berliner Gendarmenmarkt, ins Konzerthaus Dortmund, ins Graf-Zeppelin-Haus Friedrichshafen, ins Konzerttheater Coesfeld und nach Aschaffenburg. Eine wichtige Aufgabe zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses erfüllt das Orchester bei seiner Zusammenarbeit mit jungen Dirigentinnen und Dirigenten beim jährlichen Operettenworkshop vom Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates sowie durch die regelmäßigen Kooperationen mit der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy«. Daneben ist das Orchester Teil der Orchester des Wandels und präsentieren sich Orchestermitglieder regelmäßig in pädagogischen Sonderformaten und kammermusikalischen Konstellationen im Rahmen der »Nachhall«-Konzerte in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig.