Leipziger Ballett

Weniger ist mehr

Der Tänzer Marcos Vinicius Da Silva spricht über Mario Schröder.

von Nele Winter Freitag 19.02.2021
Mario Schröder und Marcos Vinicius Da Silva bei einer Probe zu »Märchen, Märchen« © Ida Zenna

Der brasilianische Tänzer Marcos Vinicius Da Silva kam 2016 nach Leipzig, um am Leipziger Ballett zu tanzen. In diesem Teil unserer Reihe #marioschroeder10 spricht er über seine Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Ballettdirektor und Chefchoreografen Mario Schröder, dessen zehnjähriges Jubiläum beim Leipziger Ballett wir in dieser Spielzeit feiern.

»Bevor ich nach Leipzig kam, kannte ich bereits Marios Stück ›Chaplin‹ und wusste, dass er mit Uwe Scholz zusammengearbeitet hatte. Deshalb dachte ich, dass diese Company gut zu mir passen würde. Mario hat etwas sehr Besonderes an sich. Wenn er mit dir arbeitet, wirkt er nicht wie ein Ballettdirektor, sondern eher wie ein Freund. Die Stimmung, die zwischen uns herrscht, ist niemals schwer. Es macht immer Spaß und wir lachen viel. Ich glaube, er sucht seine Tänzerinnen und Tänzer auch aus, weil er etwas mit ihnen teilen möchte und nicht nur, weil sie gute Tänzer sind. Das macht die Zusammenarbeit mit ihm wirklich cool. Sogar wenn er bei den Vorbereitungen zu einer Premiere ein bisschen verrückt wird, ist es trotzdem noch sehr lustig, mit ihm zu arbeiten.«

Mario Schröder mit Lou Thabart, Laura Costa Chaud und Marcos Vinicius Da Silva bei einer Probe zu »Le Sacre du Printemps« © Ida Zenna
Mario Schröder mit Lou Thabart, Laura Costa Chaud und Marcos Vinicius Da Silva bei einer Probe zu »Le Sacre du Printemps« © Ida Zenna

»Als Mario ›Schwanensee‹ kreiert hat und ich der Rothbart war, gab es viele besondere Momente. Denn dieser Charakter ist ein wirklich böser Kerl und aus irgendeinem Grund hat Mario mich dafür ausgesucht (lacht). Er half mir dabei in die Rolle zu finden, indem er mir sagte, ich solle dem Publikum eine Geschichte erzählen. Auch sein ›Lamento‹ hat mir gut gefallen. Ich habe es sehr genossen, den Pas de deux mit Anna Jo zu tanzen und liebte die Musik und die Botschaft dahinter. ›Solitude‹ war ebenfalls sehr besonders. Der Pas de deux, den ich mit David Iglesias Gonzalez tanzte, war sehr herausfordernd, was Ausdauer und Technik betrifft. Als ich ›Carmina Burana‹ tanzte, habe ich wirklich über Marios Werk gestaunt. Für mich, und ich denke auch für die meisten Leute, ist es eines der schönsten Stücke, die Mario geschaffen hat.«

None
Marcos Vinicius Da Silva mit Urania Lobo Garcia in »Schwanensee« © Ida Zenna
None
Marcos Vinicius Da Silva in »Lamento« © Ida Zenna
None
Marcos Vinicius Da Silva mit Mario Schröder bei einer Probe zu »Solitude« © Ida Zenna
None
Marcos Vinicius Da Silva in »Lamento« © Ida Zenna
None
Marcos Vinicius Da Silva in »Solitude« © Ida Zenna
None
Marcos Vinicius Da Silva und Mario Schröder bei einer Probe zu »Märchen, Märchen« © Ida Zenna

»Ich bin der Typ Tänzer, der immer all seine Emotionen und seine Stärke zusammenbringt, und manchmal kann das als zu viel erscheinen. Mario öffnete mir die Augen, als er mir beibrachte, dass manchmal weniger mehr ist. Er ist ein sehr talentierter Choreograf, besonders wenn es um die visuelle Realisierung seiner Ideen in einer abstrakten Form geht. Am Ende ist es schön zu sehen, wie all diese Dinge zusammenkommen, mit uns Tänzern und seiner Kunstfertigkeit. Seine Choreografien hinterlassen einen immer mit einer Frage, über die man nachdenkt.«