Leipziger Ballett

Energie

Die Tänzerin Jeanne Baudrier spricht über Mario Schröder.

von Anna Diepold Freitag 19.03.2021
Jeanne Baudrier und Mario Schröder © Ida Zenna

Im Oktober 2015 kam die französische Tänzerin Jeanne Baudrier nach Leipzig, um am Leipziger Ballett zu tanzen. Im Rahmen unserer Reihe #marioschröder10 spricht sie über ihren Weg nach Leipzig und ihre persönlichen Erfahrungen der Arbeit mit Ballettdirektor und Chefchoreograf Mario Schröder, dessen zehnjähriges Jubiläum wir in dieser Spielzeit feiern.

Der Weg nach Leipzig

»Bevor ich nach Leipzig gekommen bin, habe ich in Augsburg getanzt und eine Tänzerin dort hatte schon mit Mario gearbeitet. Sie hat mir von ihm und dem vielfältigen Repertoire des Leipziger Ballett erzählt. Eine Company, mit der ich sowohl auf Spitze als auch in Socken tanzen kann, war genau das was ich gesucht habe. Also habe ich meine Unterlagen an Mario geschickt und wurde zum Vortanzen eingeladen. Da ich am Tag des öffentlichen Vortanzens eine Vorstellung hatte, habe ich die Möglichkeit bekommen privat vorzutanzen. Bei einem privaten Vortanzen nimmt man am morgendlichen Training der Company teil und hat direkt die Gelegenheit, die Atmosphäre der täglichen Arbeit wahrzunehmen. Damals war das ein großer Pluspunkt für mich – die Company hier hat eine unglaublich warme und offene Art. Nach dem Training hat mir Oliver Preiß einen kurzen Ausschnitt aus einer von Marios Choreografien beigebracht, die ich dann vor Mario und den Ballettmeistern zeigen musste. Das hat sich dann gar nicht mehr wie ein Vortanzen angefühlt, sondern eher wie eine Probe. Mario hat mir Korrekturen gegeben und sofort angefangen mit mir zu arbeiten. Das war sehr motivierend und inspirierend und ich war sehr erfüllt am Ende des Vortanzens. Als mir dann ein Vertrag angeboten wurde, war ich sehr glücklich.«

Jeanne Baudrier und Mario Schröder © Ida Zenna
Jeanne Baudrier und Mario Schröder © Ida Zenna

Stets vorbereitet

»Es ist wirklich unglaublich, wie vorbereitet Mario in die Proben kommt. Manche Choreografen proben und lassen den Prozess auf sich zukommen, aber Mario ist immer vorbereitet. Das ist sehr viel Arbeit. Mario hat die Fähigkeit, seine Energie zu teilen. Er motiviert uns immer, mehr zu geben und er weiß, was in uns steckt und holt das Maximum aus uns heraus. Seine Energie bringt uns dort hin. Und er ist in der Lage auch alles selbst zu zeigen. Es gibt also keine Entschuldigungen, etwas nicht zu probieren!«

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Jeanne Baudrier © Ida Zenna
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Jeanne Baudrier und Mario Schröder in der Probe © Ida Zenna
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Jeanne Baudrier in »Solitude« © Ida Zenna
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Jeanne Baudrier, Mario Schröder and Matthew Bindley © Ida Zenna
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Jeanne Baudrier, Lou Thabart and Oliver Preiß in »Van Gogh« © Ida Zenna

Musik, die Raum bekommt

»Ich bewundere die Liebe, die Mario für Musik empfindet. Diese Liebe kann man, meiner Meinung nach, in jedem seiner Stücke fühlen. Mario gibt der Musik immer Raum. Er hat eine ganz individuelle Art, wie er die Musik, zu der er kreiert hört und er bietet uns mit seinen Stücken die Möglichkeit, die Musik zu hören, wie er es tut. Manchmal kommt er ins Studio und spricht über eine ganz spezielle Stelle in der Partitur und wir können das noch nicht so differenziert hören. Aber Mario kann es, weil er bereits in der Musik lebt.«

Unvergessliche Momente

»In jedem von Marios Stücken, die ich tanzen durfte, gibt es Momente, die ich nie vergessen werde. Manchmal sind das ganz kleine Details aber ich würde diese Erfahrungen nie missen wollen. Wenn ich mich aber für Lieblingsstücke entscheiden müsste, wären das ›Mozart Requiem‹, ›Le Sacre du printemps‹ und Marios Kreation für den Abend ›Rachmaninow‹.«