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43. Leipziger Jazztage »Zukunftsmusik«

»Inseparable. Unteilbar« Spielvereinigung Sued und MDR Rundfunkchor (Komposition John Hollenbeck, Text: Nora Gomringer) // John McLaughlin And The 4th Dimension

Description

43. Leipziger Jazztage »Zukunftsmusik«

Am Abschlussabend der 43. Leipziger Jazztage findet im Opernhaus am 19. Oktober die Uraufführung des Projekts »Inseparable. Unteilbar« statt.  Dabei handelt es sich um eine eigens für die Leipziger Jazztage in Auftrag gegebene Komposition des US-amerikanischen Schlagzeugers und Komponisten John Hollenbeck – mit einem Libretto der Lyrikerin und Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer – die von der Leipziger Big Band Spielvereinigung Sued und dem MDR-Rundfunkchor zur Ur-Aufführung gebracht wird. Das Projekt ist unser Beitrag zu 30 Jahren Friedliche Revolution.

 

1. »Inseparable. Unteilbar« Spielvereinigung Sued und MDR Rundfunkchor (Komposition John Hollenbeck, Text: Nora Gomringer)

Was bedeutet Humanität im Jahr 2019? Gibt es − während objektive Wahrheiten und Fakten infrage gestellt werden − noch eine Notwendigkeit, für den Mitmenschen einzustehen und die Stimme zu erheben? Sind angesichts globaler Konflikte und großer Flüchtlingsströme Bestrebungen nach Rückzug und Isolation verständlich und berechtigt? Oder sollte man der gegenwärtigen Tendenz, dass allgemein gültige Werte und Normen des Zusammenlebens und des Respekts vor dem Mitmenschen immer mehr verloren gehen, bewusst etwas entgegensetzen? Das deutsch-englische Festivalprojekt »Inseparable. Unteilbar« widmet sich Themen wie Nächstenliebe und Humanität, Freiheit und Demokratie – anlässlich des 30. Jubiläums der politischen Wende in Deutschland und anderen osteuropäischen Ländern. 

Der US-amerikanische Schlagzeuger und Komponist John Hollenbeck wird ein circa einstündiges Werk für Bigband und gemischten Chor komponieren. Hollenbeck zählt zu den kreativsten Köpfen der zeitgenössischen Musik im Spannungsfeld zwischen Jazz, Minimal Music, Avantgarde und freier Improvisation. Seine Klangästhetik, musikalische Sprache und Kompositionstechniken sind einzigartig und eignen sich hervorragend für die vielfältigen klanglichen und textuellen Möglichkeiten, die die Kombination aus großem Jazzensemble und gemischtem Chor bietet. Das Libretto für das Werk schreibt die schweizerisch-deutsche Lyrikerin Nora Gomringer. Die Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin bezeichnet Musik als wichtige Inspirationsquelle für sich und erarbeitete in den letzten Jahren zusammen mit den Schlagzeugern Günter Baby Sommer und Philipp Scholz verschiedene außergewöhnliche Performance-Projekte.
 

Danach spielt der Ausnahmegitarrist  

 

2. John McLaughlin And The 4th Dimension 

John McLaughlin And The 4th Dimension 
GB / CAM / IND 

John McLaughlin – Gitarre
Gary Husband – Schlagzeug, Keyboards
Ranjit Barot – Schlagzeug, Percussion
Etienne M’Bappe – Bass

John McLaughlin gilt als einer der wichtigsten und bekanntesten Jazzgitarristen seit den frühen 70er-Jahren. Geboren 1942 in England und aufgewachsen in einer Musikerfamilie, nahm er schon als Kind Klavier- und Gitarrenunterricht. Ende der 50er-Jahre begann er aufzutreten und spielte mit u.a. Jack Bruce, Ginger Baker, Eric Clapton, David Bowie und Mick Jagger. Zusammen mit dem Saxophonisten John Surman und dem Bassisten Dave Holland folgte der anfänglichen Blues- eine Free Jazz-Phase McLaughlins. Mit Surman nahm er 1969 in London seine erste eigene LP »Extrapolation« auf, bevor er es Dave Holland gleichtat und in die USA übersiedelte, wo er sich dem Miles-Davis-Schlagzeuger Tony Williams anschloss und mit diesem mehrere Platten aufnahm. Es folgten Aufnahmen mit Wayne Shorter, Jimi Hendrix und Miroslav Vitous, bis McLaughlin wieder auf Dave Holland, aber vor allem auf Miles Davis traf: an dessen richtungsweisenden Alben »In A Silent Way«, »Bitches Brew«, »Jack Johnson« und »Live Evil« wirkte er mit, später nannte ihn Davis schwärmend „the Killer“. 

Sein internationaler Ruf als Ausnahmegitarrist wurde spätestens mit der Gründung des Mahavishnu Orchestra (nach einem Ausflug in die Welt des Hinduismus, verbunden mit Studien bei Guru Sri Chinmoy, nannte er sich Mahavishnu), dessen Leader er war, gefestigt. Seine Musik wurde auf weltweiten Tourneen und Festivals gefeiert und prägte den Fusion-Sound entscheidend mit. Der Höhepunkt dieser Zeit war das Album »Love, Devotion, Surrender«, auf dem McLaughlin eine zweihälsige Gitarre spielte. 1981 folgte dann der große kommerzielle Durchbruch: »Friday Night In San Francisco« verkaufte sich über zwei Millionen mal und gilt als das bedeutendste Flamenco-Gitarren-Album. Auch die weiteren Alben in Zusammenarbeit mit Paco de Lucia und Al di Meola wurden ein voller Erfolg.

Bis heute hat sich die über 70-jährige Legende kaum eine Auszeit gegönnt und seine Fähigkeiten  über die Jahre hinweg perfektioniert. Sein jüngstes Projekt ist John McLaughlin & the 4th Dimension, welches er zusammen mit den Musikern Gary Husband, Ranjit Barot und Etienne M’Bappe gründete. Aus dieser Zusammenarbeit resultieren die Studioveröffentlichungen »To The One« (2010), »Now Here This« (2012) und »Black Light« (2015) sowie Liveveröffentlichungen wie »Live@Belgrade« (DVD, 2009) und »The Boston Record« (2014). Husband, ein erstaunlicher Multiinstrumentalist, der indische Filmkomponist und Ausnahme-Schlagzeuger Barot und M'Bappe, der als einer der besten Bassisten gilt, stehen dem „Killer“ in Sachen Musikalität und Perfektion in nichts nach. Die Band ist das Ergebnis von McLaughlins jahrelanger Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikern aus unterschiedlichen Kulturen und musikalischen Traditionen. Die Musik dieser Gruppe integriert auf einzigartige Weise all diese kulturellen Einflüsse von klassischer indischer Musik, Flamenco und Blues, bewahrt sich gleichzeitig die Spontaneität des Jazz und den erdigen Sound der Rockmusik – und verschmilzt alles zu einem faszinierenden und sehr persönlichen Fusion-Klang. Kreativ, energiegeladen, mit gewohnt grandioser Rhythmik und Melodik, treffen die vier Musiker immer den richtigen Ton und dank der großen Virtuosität und einzigartigen Improvisationen gleicht kein Konzert dem anderen.

 

Die 43. Leipziger Jazztage werden sich vom 10.- 19. Oktober der Zukunft gewidmet haben – mit »Zukunftsmusik«. Zwischen heutigen Jazzutopist*innen und Pionier*innen der Jazzgeschichte, zwischen Tradition und Innovation, zwischen Fortschrittsglauben und Science-Fiction, zwischen Utopie und der Landung auf dem Mond. Jazz strebt seit über 100 Jahren nach vorn: Raus aus der Gegenwart, rein in die Zukunft. Was bedeuten die globalen Veränderungen unserer Zeit für die Musik? 

Wir wollen zeigen, dass Vieles im Jazz noch Zukunftsmusik ist – und dass Jazz nach wie vor eine Musik der Zukunft ist. Das Festivalprogramm wird an 10 Tagen und an einer Vielzahl von Spielorten, Konzerte präsentiert haben, die in die Zukunft lauschen, die das technologische und (kosmo-)politische Potential des Jazz für seine eigene Zukunft, aber auch die unserer Gesellschaft, abzubilden versuchen.

Weniger als 40 Tage nach diesem vorläufigen Ende erwarten wir in der Kongresshalle am Zoo einen musikalischen Innovator, der wie kaum ein anderer mit Erwartungen gebrochen hat und seine Musik, Jahrzehnt um Jahrzehnt an der Zukunft wachsen ließ: am 27. November sind Herbie Hancock & Band unsere Gäste. 

Die 43. LJT beweisen 2019 nicht nur einen langen Atem, sondern machen bereits mit einem Kick-Off-Konzert am 6.10. Lust auf die zehntägige Jazz-Zeit – das offene Kollektiv Brigade Futur III spielt im soziokulturellen Zentrum die naTo, um in Zukunft, über die Zukunft verhandelt zu haben. Offiziell eröffnet wird mit dem Leipziger Jazznachwuchspreis 2019 (Preisträger*in wird noch bekannt gegeben werden) im UT Connewitz. Im Anschluss verbindet Tubes & Wires, das genresprengende Quartett von Saxofonist Niels Klein, Science-Fiction und Alternative Rock zu futuristischen Sound-Collagen. Mitte der 50er-Jahre öffnete der Konzeptkünstler Sun Ra, durch seine Free Jazz Variationen und seine fiktionalen Narrative, afrofuturistische Denkräume. Altsaxofonist Marshall Allen, ältestes Mitglied des virtuosen Free-Jazz-Kollektivs The Sun Ra Arkestra übernahm nach dem Tod Sun Ras die Leitung des Arkestras, bildete zahlreiche Musiker*innen in dessen Geiste aus und führt die gegenwärtige Besetzung in der zweiten Festivalwoche ins Westbad. Im Anschluss landet Erika Stucky ihren nächsten Coup: Stucky Con Carne – eine musikalische Metzgete u.a. mit FM Einheit, Mitglied von Einstürzende Neubauten. 

Erneut werden wir uns nicht mit 10 Tagen begnügen – die Nächte nehmen wir mit dazu. Stichwort: Nachtkonzerte. Konzertbeginn: 23:59 Uhr. Punkt.Vrt.Plastik, das Trio von Kaja Draksler, Christian Lillinger und Peter Eldh führt die Möglichkeiten des durch den Free Jazz emanzipierten Ensemblespiels auf neue, kompositorisch noch nicht erschlossene Höhen. „Welche Töne bleiben von der Erde, wenn sie einmal nicht mehr ist?“, fragt Rocket Men. Zwischen Jazz, Dub, Elektronik und HipHop nutzt die junge deutsche Band die „Freiheit des Jazz“ als Anker, die „Unendlichkeit des Universums“ als Inspirationsquelle und blickt aus dem All auf den klanglichen Kosmos unseres Planeten. Philipp Gropper’s Philm (mit Robert Landfermann, Oliver Steidle, Elias Stemeseder) erschafft eine großflächige, assoziationsreiche Improvisationsmusik. Das letzte (Nacht)konzert der Jazztage wird die Kölner Band SALOMEA – im HipHop-Orbit um den Jazzplaneten kreisend, im Liveclub Telegraph spielen. 

Außerdem werden auf dem Festival wieder zwei Preise verliehen: der Leipziger Jazznachwuchspreis 2019 unterstützt von der Marion Ermer Stiftung und der BMW Welt Young Artist Jazz Award 2019, deren Preisträger*innen aber noch geheim sind. 

Und im Werk 2 wird das beliebte Familienkonzert Jazz für Kinder ebenso zu erleben sein, wie die schweißtreibende Jazzelectric Night.

Weitere Künstler*innen: 

Andromeda Mega Express Orchestra ///  Maciej Obara Quartet /// Mette Henriette Trio /// Mouse on Mars – Dimensional People ///  LIUN + The Science Fiction Band /// DARK STAR SAFARI mit Jan Bang, Eivind Aarset, Erik Honoré und Samuel Rohrer, /// Hilde Marie Holsen & Samuel Rohrer /// John Hollenbecks Claudia Quartet /// Oh Y! Steffi Narr & Jan Frisch /// Oh No Noh – Markus Rom u.a.

Ein spannendes Rahmenprogramm komplettiert den 43. Jahrgang: mit Filmvorführungen wie »It Must Schwing«, Vorträgen mit Arne Reimer »70 Jahre Blue Note Records« und »50 Jahre ecm-Records« u.v.m.

Der Vorverkauf läuft. Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Vorverkaufsstellen in Leipzig

Kasse im Opernhaus  Augustusplatz 12 Tel. 0341 126 126 1www.oper-leipzig.de 
Culton Tickets Peterssteinweg 7Tel. 0341 14 16 18 www.culton.de 
Musikalienhandlung OelsnerSchillerstr. 5 Tel. 0341 960 5200  www.m-oelsner.de 
Ticketgalerie Hainstraße 1Tel. 0341 14 14 14 www.ticketgalerie.de 
LVZ Medienhaus Peterssteinweg 19Tel. 0800 2181 050 www.lvz-ticket.de

 

Festivalpass  ab 150 EUR – 190 EUR (zzgl Geb) erhältlich. Limitiertes Kontingent! 

Alle Konzerte der 43. Leipziger Jazztage im Zeitraum 10. bis 19. Oktober 2019 mit freier Platzwahl und über 40% Ersparnis gegenüber dem Einzelticketkauf! 

Der Festivalpass ist nicht übertragbar und nur an der Opernkasse erhältlich:

Alle Informationen unter www.jazzclub-leipzig.de