Leipziger Ballett

Trauer und Hoffnung

Mario Schröder über seine Neukreation »Sinfonie der Klagelieder«

von Nele Winter Thursday 06.02.2020
Mario Schröder mit Tänzerinnen und Tänzern des Leipziger Balletts bei den Proben zu »Lamento« © Ida Zenna

Video: Der Choreograf über sein neues Werk

»Lamento« – So lautet der zweiteilige Ballettabend von Mario Schröder, der am kommenden Samstag Premiere feiert. »Lamento« bedeutet Klagelied, denn beide Stücke des Abends kreisen um den Themenkomplex Trauer und Abschied. Der erste Teil »Blühende Landschaft« entstand bereits 2013 und wurde damals Uwe Scholzʼ »Pax questuosa« gegenübergestellt. Die Novität des Abends ist Schröders neustes Werk unter dem Titel »Sinfonie der Klagelieder«. Im Video-Interview berichtet der Choreograf über seine Herangehensweise.
Die musikalische Grundlage des Stücks bildet die 3. Sinfonie des polnischen Komponisten Henryk Mikołaj Górecki aus dem Jahr 1976. In den drei Sätzen der Sinfonie erklingen drei verschiedene Texte: ein Klagelied Marias aus dem 15. Jahrhundert, eine Inschrift, die eine 18-jährige Inhaftierte 1944 in die Wand ihrer Zelle in einem Gestapo-Gefängnis ritzte sowie ein schlesisches Volkslied, in dem eine Mutter ihren im Krieg gefallenen Sohn beklagt. Górecki komponierte dazu wunderschöne, fließende und sehr langsame Musik. Mario Schröder setzt sich mit der Langsamkeit der Musik auf eine besondere Art auseinander und hebt die Trauer, die in den Texten thematisiert wird, auf eine universellere Ebene.

Proben-Impressionen zu »Lamento«

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© Ida Zenna