Leipziger Ballett

Neue Blickwinkel Teil I

Vorgestellt: die Choreografinnen und Choreografen von »Intershop // LOFFT«

von Nele Winter Friday 14.06.2019
Francisco Baños Diaz war schon mehrfach als Choreograf für das Leipziger Ballett tätig.

Rollentausch

Die Reihe »Intershop« bietet den Tänzerinnen und Tänzern des Leipziger Balletts die Möglichkeit eines Perspektivwechsels. Hier können sie eigene Choreografien entwickeln und ihre künstlerische Handschrift entdecken. Zum ersten Mal dient dazu die neue Spielstätte des lofft, die Halle 7 auf dem Gelände der Baumwollspinnerei, als Schauplatz.

Während manche sich erstmals als Choreografen versuchen, verfügen einige bereits über Erfahrung auf dem Gebiet. In diesem und den kommenden Blog-Beiträgen werden die Choreografinnen und Choreografen und die Ideen zu ihren Stücken vorgestellt:

Francisco Baños Diaz

Francisco war als Choreograf bereits im Rahmen von »Intershop« tätig, entwickelte aber auch die Choreografie zur »Tanzimmersion« im Kunstkraftwerk. Er ist gerade dabei, sich vom Tänzer zum Vollzeit-Choreografen zu wandeln, weshalb es sein letztes Jahr als Tänzer in der Kompanie ist. Für »Intershop« plant er deshalb etwas sehr Persönliches, wie ein kleiner Liebesbrief an die Menschen, die er getroffen hat und an die Zeit, die er während seiner Arbeit hier hatte. In seinem Stück namens »Unload« geht es, passend zu seiner Lebenssituation, um Veränderung.

»Mit jeder Veränderung müssen wir abwägen: Was festhalten, weil es vertraut ist? Und was loslassen, um nicht festzustecken?«

Jeanne Baudrier

Jeanne ist seit 2015 Mitglied des Leipziger Balletts und entwickelt nun für den »Intershop« ihre erste choreografische Arbeit »The Shape Between Us«, in der es um Schwesternschaft geht.

»Ich habe mich für Schwesternschaft entschieden, aus der Menge von allen Beziehungskonstellationen, die es gibt. Für mich ist die Verbindung von Schwestern die stärkste aller Beziehungen, obwohl sie nicht körperlich zum Ausdruck gebracht werden muss. Sie ist offensichtlich, ohne erklärt werden zu müssen. Sie ist unumstößlich und einzigartig.«

Bjarte Emil Wedervang Bruland

Emil verbindet eine lange Zusammenarbeit mit Mario Schröder. Er folgte ihm 2012 von Kiel nach Leipzig, wo er zahlreiche Choreografien entwickelte: neben den »Intershop«-Abenden auch für »Der Karneval der Tiere« und »Französische Chansons« im Spiegelzelt. In seinem Stück für den diesjährigen »Intershop« setzt er sich mit dem Phänomen der Synchronizität auseinander.

»›Synchrosomatic‹ erforscht Synchronizität, Wiederholung und Widerstand – kognitive Verbindungen in körperlicher Form. Es ist eine Suche nach der Kraft der Gedanken und den Kräften, die uns treiben, ohne dass wir davon wissen. Eigentlich ist es ganz einfach: Diese Konzepte, diese Ideen sind in der Tanzwelt unsere Werkzeuge und Methoden, eine Choreografie zu erstellen. Und genauso haben Synchronizität, Wiederholung und Widerstand einen Einfluss auf unser alltägliches Leben.«

Intershop

Die Intershops waren Läden in der DDR, die Westwaren im Sortiment führten. Sie wurden nach dem Mauerbau geschaffen. Der eigentliche Zweck der Läden war es, die Devisen der Besucher aus dem Westen abzuschöpfen. Doch die Schaufenster weckten auch das Interesse der DDR-Bürger. Ab Mitte der Siebzigerjahre durften auch sie dort einkaufen. Für Mario Schröder waren die Intershops besondere Orte der Farben und Gerüche.

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