Oper

Kurz erklärt: Schnee in der Oper

Wie Requisite und Videoabteilung weiße Flocken auf die Bühne zaubern.

von Nele Winter Friday 13.12.2019
In der »La bohème«-Inszenierung von Peter Konwitschny gibt es sogar eine kleine Schneeballschlacht.

Let it snow!

Gerade jetzt in der Weihnachtszeit werden an der Oper Leipzig wieder viele Stücke gespielt, bei denen auf der Bühne Schnee fällt. Aber woraus bestehen die Flocken eigentlich und von wo fallen sie herab?

Für das Streuen des Schnees ist die Requisite zuständig. Die Kolleginnen stehen dabei auf der sogannten Brücke, die sich hoch über der Bühne befindet und streuen von dort den Kunstschnee. Meistens kommen dabei Netze zum Einsatz, die mit den Flocken gefüllt sind. Wenn diese geschüttelt werden, sieht der Schneefall gleichmäßig und natürlich aus. Selten wird direkt mit den Händen gestreut. Manchmal werden die Flocken aber auch in ein Tuch gelegt, das zwischen zwei Zügen im Schnürboden befestigt ist. Diese werden dann langsam hoch und runter bewegt, sodass der Schnee herausfällt. Auf diese Weise kann eine größere Fläche »beschneit« werden.
Zwei Sorten Schnee kommen an der Oper Leipzig zum Einsatz: links der gröbere aus Seidenpapier, rechts der feinere aus Plastik.
Zwei Sorten Schnee kommen an der Oper Leipzig zum Einsatz: links der gröbere aus Seidenpapier, rechts der feinere aus Plastik.
Der Kunstschnee, der entweder aus Seidenpapier oder aus Plastik besteht, kommt an der Oper Leipzig bei zahlreichen Produktionen zum Einsatz, aktuell zum Beispiel in »Hänsel und Gretel«»La bohème«»La fanciulla del West« und »Tristan und Isolde«. Übrigens bestellen die Requisiteurinnen den Schnee und stellen ihn nicht selbst her. Das war zu DDR-Zeiten noch anders. Damals wurden die Papierflocken noch von Hand geschnitten.

In manchen Stücken zaubert übrigens auch die Videoabteilung den Schnee auf die Bühne. Im »Nussknacker« zum Beispiel werden Schneekristalle auf vertikal gespannte Gummischnüren projiziert. Die Videoinstallation wurde von der Bühnenbildnerin und Multimedia-Künstlerin Yoko Seyama gestaltet.
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»Hänsel und Gretel«
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»Tristan und Isolde«
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»La bohème«
»Der Nussknacker«
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»Tristan und Isolde«