Oper

Hidden Places Teil I

Das Opernhaus von Kopf bis Fuß fotografiert von Ida Zenna

von Nele Winter Wednesday 29.04.2020
Ein seltener Anblick: der Panorama-Blick aus der Rotunde des Opernhauses © Ida Zenna
»Besteigen der Rotunde verboten! Lebensgefahr!«  Normalerweise darf sie niemand betreten, die Rotunde im Dach des Leipziger Opernhauses. Orte wie dieser, die das Publikum, aber auch die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, normalerweise nicht zu Gesicht bekommen, sollen in dieser Reihe vorgestellt werden.

35 Meter

Ein Ort, der so gut wie nie betreten wird: Ganz oben im Dach des Opernhauses befindet sich die auffahrbare Rotunde, die als Rauchabzug im Falle eines Brandes dient. Normalerweise ist sie geschlossen. In den letzten Tagen wurde sie jedoch ausnahmsweise geöffnet, damit der Staub besser abziehen kann, der beim derzeit stattfindenden Frühjahrsputz im Opernhaus aufgewirbelt wird. Die Fotografin Ida Zenna wagte sich, natürlich unter Einhaltung strengster Vorsichtsmaßnahmen, hinauf und hielt die wunderbare Panoramasicht auf die Stadt fest – und auch den etwas gruseligen Blick nach unten auf die Bühne 35 Meter unter ihr.
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Blick hinauf in die Rotunde
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Warnhinweis
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Der Blick in die Tiefe
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Ein wunderschöner Panoramablick...
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... über Leipzig

30-24 Meter

Ein weiterer Ort, der den meisten verborgen bleibt, ist der Rollenboden. Der Rollenboden ist Teil der Obermaschinerie, zu der alle Teile der Bühnenmaschinerie, die oberhalb der Spielfläche liegen, gehören. Hier kann man die Motoren und die Umlenkrollen der Prospekttzüge sehen. Ein Prospektzug ist eine Hubeinrichtung mit mehreren Tragseilen, die zum Heben und Senken vorrangig von Dekorationen dient. An diesen Seilen sind Prospektstangen befestigt, von denen die Bühnenprospekte herabhängen. Das sind Stoffbahnen, die als Teil des Bühnenbilds, zum Beispiel als hintere Begrenzung eingesetzt werden.
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Detailaufnahme im Rollenboden
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Die Umlenkrollen der Prospektzüge
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Weitere Detailaufnahme
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Die Motoren der Prospektzüge
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Umlenkbock für den Zug »Zauberflöte Horizont«
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Die Seilkammer – hier werden die Seile gelagert
Hier wird gerade fleißig peputzt, denn die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Oper Leipzig nutzen die Zeit, in der nicht gespielt werden kann, um auch die kleinsten Ecken gründlich zu reinigen. Da dabei reichlich Staub aufgewirbelt wird, sind die Rauchklappen wie auch die Rotunde geöffnet und selbstverständlich tragen alle beim Arbeiten Schutzmasken.
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Frühjahrsputz in der Obermaschinerie
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Im Rollenboden
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Dabei wird einiges an Staub aufgewirbelt.
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Stillleben aus Schutzmasken und Abfall
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Rauchklappe geöffnet zur Belüftung
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Prospektstangen im Blick von der Galerie Postseite

16-10 Meter

Bie Bühne wird auf unterschiedlichen Höhen von Bühnengalerien umlaufen. Ab einer Höhe von elf Metern gibt es davon drei im Leipziger Opernhaus. Früher befand sich in etwa 17 Metern Höhe ein großer Rundhorizont, der heute bei Bedarf eingehängt werden kann. Auf einer der Galerien kann man auch das Hauptmaschinenpult bewundern, von dem aus die gesamte Obermaschinerie gesteuert wird. Das Pult wurde während der Reinigungsaktion abgedeckt.
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Der Staub wird gerade gründlich entfernt.
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Das Hauptmaschinenpult
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Quersteg auf 16 Meter Höhe
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Das Hauptmaschinenpult ohne Abdeckung
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Quersteg auf 13 Meter Höhe von Stadtseite zur Postseite
Das Portal bildet optisch den vorderen Abschluss der Bühne in Richtung des Zuschauerraums und besteht aus Portaltürmen und Portalbrücke. Die Breite des Portals beträgt in Leipzig 16 Meter. Die Höhe der Portalbrücke ist variabel und kann von 1,50 Meter bis 10,70 Meter verstellt werden, deshalb befindet sich auf den Türmen auf verschiedenen Ebenen der Warnhinweis »Achtung! Hubbewegung«. In der Brücke und den Türmen gibt es Hängemöglichkeiten für Scheinwerfer, zum Beispiel für die Verfolger, die die sich auf der Bühne bewegenden Darstellerinnen und Darsteller punktuell beleuchten können.
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Auf der Portalbrücke
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Blick auf die Portalbrücke
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Sitzgelegenheit für Pausen
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Farbscheiben für die Scheinwerfer
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Im linken Portalturm

Bühnenblicke

Wenn man von der Galerie aus von einer Seite der Bühne zur anderen hinüber schaut, bietet sich ein besonders eindrücklicher Anblick. Hier kann man die Größe der Bühne erahnen, deren Nutzfläche alleine 25 Meter breit und 22 Meter tief ist. Die Gitterstruktur, die überall präsent ist, erzeugt ein spannendes Spiel mit Licht und Schatten. Eine interessante Perspektive bietet der Blick von der sogenannten »Höchsten Höhe« 13 Meter über dem Orchestergraben. Das ist der höchste Ort, an dem Sängerinnen und Sänger sich platzieren können, wenn eine Stimme von oben erklingen soll, bei uns zum Beispiel im »Parsifal«.
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Blick auf die Bühne vom linken Portal in 16 Meter Höhe
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Blick von der Stadt- auf die Postseite
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Gitterdetails
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Blick von der Post- auf die Stadtseite
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Blick von der »Höchsten Höhe«
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Treppe
Fotos © Ida Zenna