Musikalische Komödie

Auf ein Neues!

Bei der Konzeptionsprobe zu »Das Feuerwerk«

von Nele Winter Monday 04.03.2019
Probenkostüme zu »Das Feuerwerk«

Bei einer Konzeptionsprobe herrscht eine ganz besondere Stimmung. Etwas Neues fängt an und alle sind gespannt. Bevor die szenischen Proben beginnen, bereitet das Regieteam hier alle Beteiligten darauf vor, was sie in den kommenden Wochen erwartet.

Regisseur Axel Köhler ist zum ersten Mal an der Musikalischen Komödie zu Gast. Dennoch ist er für die meisten kein Unbekannter. Lange schon ist er selbst als Sänger aktiv und war viele Jahre Intendant in der Nachbarstadt Halle an der Saale. In den letzten Jahren rundeten dann noch zahlreiche Regiearbeiten seine vielseitige Karriere ab.

In Paul Burkhards Musikalischer Komödie »Das Feuerwerk« trifft bei einer Familienfeier bürgerliche Spießigkeit auf das wilde Zirkusleben. Die junge Anna ist verwirrt. Soll sie ihrem Drang nach Freiheit und ihrer Neugier nach der großen weiten Welt folgen oder lieber in ihrem gewohnten Leben verweilen? In Burkhards Stück, das in der Nachkriegszeit uraufgeführt wurde, entscheidet Anna sich für das kleine Glück im trauten Heim. Burkhard empfiehlt in seinen Regiehinweisen, das Stück in der Stadt spielen zu lassen, in der es aufgeführt wird. Welche Konsequenzen zieht Axel Köhler daraus für sein Regiekonzept?

Axel Köhler stellt das Regiekonzept vor.

Köhler lässt das Stück tatsächlich in Leipzig spielen, aber nicht im Hier und Heute, sondern in einer Zeit, in der das zentrale Thema des Stücks, die Sehnsucht nach Freiheit, besonders relevant war: die Zeit Kurz vor der Wende. Mit nur wenigen Eingriffen in den Text, vor allem um den bayerischen Dialekt zu eliminieren, gelingt es so, das Stück in diesen neuen Rahmen zu setzen, ohne dessen Grundcharakter zu verfälschen.

Das Bühnenbild zeigt daher ein bürgerliches Wohnzimmer, wie es der eine oder andere vielleicht noch aus den Achtzigerjahren in Erinnerung hat. Aus diesem Setting heraus entsteht dann im zweiten Akt die Zirkuswelt, die sich hauptsächlich in Annas Fantasie abspielt. Das Dach des Hauses hebt sich und das Wohnzimmer wird zum Zirkuszelt. Artisten, Clowns und Tiere, natürlich dargestellt vom Ensemble der Musikalischen Komödie, zeigen ihre Kunststücke.

Die Beteiligten sind angetan von dem außergewöhnlichen Konzept, haben aber auch viele Fragen. Diese gilt es in den kommenden Proben zu klären. Ich persönlich freue mich sehr auf diese Produktion, die gut ins aktuelle Mauerfall-Jahr  passt, aber auch ein zeitloses Thema behandelt: das Hin- und Hergerissensein zwischen Freiheit und Sicherheit, zwischen Neugier und Altbekanntem.

 

O mein Papa war eine wunderbare Clown!

Iduna