Junge Oper Leipzig

5 Fragen an: Christina Geißler

Die Theaterpädagogin spricht über ihr neues Projekt, das Ballett im Klassenzimmer »Adna ist neu«.

von Nele Winter Thursday 21.11.2019
Christina Geißler ist Musiktheaterpädagogin und Dramaturgin für Kinder und Jugend an der Oper Leipzig © Tom Schulze
Was macht eine Theaterpädagogin?

Ich vermittele Zugänge zu allem, was die Oper Leipzig anbietet und ausmacht. Dabei arbeite ich bedürfnisorientiert für alle Interessierten entweder mit den Produktionen und den Abläufen an der Oper Leipzig oder ich schaffe maßgeschneiderte Angebote, die auf die Lebenswelten der Menschen außerhalb der Oper angepasst sind.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit am meisten Spaß?

Die Arbeit mit den unterschiedlichsten Menschen, Kulturen, Professionen in und außerhalb der Oper Leipzig.

Worum geht es in Ihrem neuen Stück »Adna ist neu«?

Es geht für Adna darum, zu einer bereits bestehende Gruppe neu hinzuzukommen, deren gewachsene Strukturen, Sprache und gewöhnlichen Abläufe sie noch nicht kennt, während es für die Klasse darum geht, eine neue Mitschülerin in die eigene Gemeinschaft zu integrieren, obwohl vieles an ihr fremd ist.

Warum haben Sie sich dabei für die Kunstform Tanz entschieden?

Tanz ist eine Kommunikationsform, die jeder versteht, und dennoch kann es zu Missverständnissen kommen, ähnlich wie bei der Körpersprache. Es ist spannend zu merken, wie unterschiedlich man sein Gegenüber »liest«, ohne dass ein Wort gesprochen wird. So weiß Adna nicht, ob sie von den Kindern an- oder ausgelacht wird, während die Klasse nicht weiß, wie Adna ihre Reaktionen auffasst.

Wie lange hat es von der Konzeption, über Proben bis zur ersten Vorstellung von »Adna« gedauert?

Ich habe 2011 ein ähnliches Ballett im Klassenzimmer am Staatstheater Augsburg inszeniert, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt in der erzählten Geschichte. Es war ein großer Erfolg damals und wir sind bis nach München an die Schulen gefahren. Seitdem hat sich die Welt verändert und es geht um andere Herausforderungen in Bezug auf Toleranz und Offenheit gegenüber dem Fremden. Meine Konzeption ist in meiner Vorstellung ständig mitgewachsen.

Mehr Infos über das Stück gibt es hier.