Oper

Wagner-Fest

»Public Viewing« auf dem Augustusplatz

25. & 26. Juni 2022

None

Zum Abschluss der Saison und zum Abschied von Generalmusikdirektor und Intendant Prof. Ulf Schirmer präsentiert die Oper Leipzig im Sommer 2022 alle 13 vollendeten Musikdramen aus dem Werk Richard Wagners: WAGNER 22 findet vom 20. Juni bis zum I4. Juli 2022 als zentrales Klassikfestival der Musikstadt Leipzig statt und führt die Wagneropern in chronologischer Reihenfolge auf - nur die vier Teile des »Ring«-Zyklus folgen direkt aufeinander.

Neben den bekannten Bühnenwerken von »Der fliegende Holländer« bis »Parsifak« stehen auch Richard Wagners Frühwerke auf dem Programm: »Die Feen«, »Das Liebesverbot« und »Rienzi«. Es spielt das Gewandhausorchester unter der Leitung von Ulf Schirmer und weiteren Dirigenten.

Das »Wagner-Fest« mit Public Viewing am 25. und 26. Juni, ermöglicht durch die Porsche Leipzig GmbH, ist ein besonderer Dank an Publikum und Stadt.

26. Juni | »Tannhäuser«

»ICH BIN DER WELT NOCH EINEN TANNHÄUSER SCHULDIG.«

Dieser Ausspruch erzählt von der lebenslangen Beschäftigung Richard Wagners mit diesem Werk. Der »Tannhäuser« behandelt zwei große Lebensthemen Richard Wagners. Die Rolle des Künstlers in einer bürgerlichen Gesellschaft und die Vereinbarkeit von geistiger Liebe und körperlicher Lust. Wie Wagner ist Tannhäuser ein Künstler, der in seinem Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung Tabus bricht und über Grenzen geht.

»Tannhäuser«

***

»Tannhäuser«

***

»Tannhäuser«

***

»Tannhäuser«

***

»Tannhäuser«

***

»Tannhäuser«

***

Handlung

Erster Akt

Tannhäuser ist hin- und hergerissen zwischen der Enge der höfischen Welt der Wartburg-Gesellschaft und der freizügigen Welt des Venusbergs. Landgraf Hermann und die anderen Sänger können ihn unter Berufung auf Elisabeth dazu überreden, wieder auf die Wartburg zurückzukehren. Dort soll ein großer Sängerwettstreit um den Preis von Elisabeths Hand stattfinden.

Zweiter Akt

Auf der Wartburg trifft Tannhäuser Elisabeth wieder. Sie verzeiht ihm sein Abenteuer. Landgraf Hermann verkündet daraufhin das Thema des Sängerwettstreits: »Könnt ihr der Liebe Wesen mir ergründen.« Wolfram von Eschenbach besingt die Reinheit der Liebe. Tannhäuser widerspricht ihm. Nur wer von der Liebe gekostet hat, kann sie auch besingen. Die Situation eskaliert, als Tannhäuser von seinem Aufenthalt im Venusberg berichtet. Elisabeth stellt sich vor Tannhäuser. Tannhäuser wird auf eine Pilgerreise nach Rom geschickt, um dort vor dem Papst um Vergebung für seinen Frevel zu bitten.

Dritter Akt

Elisabeth und Wolfram bleiben allein zurück und erwarten die Rückkehr Tannhäusers aus Rom. Als die Pilger vorbeiziehen, müssen sie erkennen, dass er nicht unter ihnen weilt. Elisabeth verzweifelt. Plötzlich erscheint Tannhäuser. Er berichtet Wolfram, dass der Papst ihn verflucht habe. Nun will Tannhäuser zurück in den Venusberg. Wolfram versucht ihn von seiner Erlösung zu überzeugen.

Mehr Informationen

  • Figuren

    TANNHÄUSER

    Tannhäuser ist ein Künstler. Ein ewig Suchender. Ein „Faust“. Er ist ein rastloser Mensch. Das ewig Gleiche stößt ihn ab. Und so erträgt er auch nicht die ewige Glückseligkeit im Venusberg. Er braucht den Wechsel, den Wechsel von Tag und Nacht, von Sommer und Winter, von Freude und Leid. Tannhäuser ist hin- und hergerissen zwischen den Extremen.

    ELISABETH

    Elisabeth wird auf der Wartburg gehalten wie eine Gefangene. Sie wird geschmückt wie eine Trophäe und soll im Sängerwettstreit als erster Preis vergeben werden. In ihrem Inneren ist sie eine Seelenverwandte Tannhäusers. Auch sie ist des Lebens in der Wartburg-Gesellschaft überdrüssig. Sie bewundert Tannhäuser für seinen Freiheitsdrang, daher kann sie ihm auch das Abenteuer im Venusberg verzeihen.

    WOLFRAM

    Wolfram ist künstlerisch und persönlich der Gegenspieler Tannhäusers, zugleich ist er sein Freund und größter Bewunderer. Er verehrt Elisabeth, wagt es aber nicht, ihr näher zu kommen. Gleichzeitig bewundert er Tannhäuser für seinen Freiheitsdrang, wagt es aber nicht, aus den höfischen Regeln der Kunst auszubrechen.

  • DIE SCHAUPLÄTZE: WARTBURG UND VENUSBERG

    Der Venusberg im ersten Akt ist das Paradies der Lust. In Calixto Bieitos Inszenierung ist sie wie eine Art Urwald. Hier darf alles natürlich wachsen, hier wird nichts konform gezüchtet oder zurechtgeschnitten. Venus ist Teil dieser Welt und möchte sich ganz mit dieser Welt vereinigen.

    Die Wartburg-Gesellschaft im zweiten Akt wird repräsentiert durch eine kühle sterile Halle, ein Ort der modernen Zivilisation, in dem im zweiten Akt der Sängerwettstreit stattfindet.

    Im dritten Akt erscheint die Welt wie nach einer Naturkatastrophe oder einem Atomschlag.

  • RITUALE

    In Calixto Bieitos Inszenierung begegnen uns immer wieder Rituale. Er zeichnet die anderen Sänger als kampfbereit, testosterongesteuert, provozierend, aggressiv. Elisabeth wird in diesem Kreis behandelt wie eine Trophäe. Als die Sänger Tannhäuser im ersten Akt dazu überreden wollen, wieder in die Wartburg-Gesellschaft zurückzukehren, vollziehen sie ein blutiges Ritual, mit dem sie ihn gewaltsam »re-integrieren« wollen.

    Auch bei der Wartburg-Gesellschaft sehen wir, wie sich angestaute Aggressionen und verdrängte Obsessionen entladen. Rituale haben für diese Gesellschaft eine starke Ventilfunktion. Hier kommt die instinkthaft-animalische Seite der Menschen auf eine umso extremere Art und Weise zum Vorschein.

  • ERLÖSUNG DURCH DIE NATUR

    Wie in vielen seiner Werke stellt Richard Wagner auch in seinem »Tannhäuser« die Frage nach der Erlösung. Calixto Bieito deutet den Schluss von Wagners Oper in einem naturphilosophischen Sinne. Im dritten Akt erleben wir die Welt nach einer Art Atomschlag oder Naturkatastrophe. Die Natur holt sich gewissermaßen ihr Recht zurück. Die Welt kann daher nur durch ein »Zurück zur Natur« erlöst werden.

  • Besetzung

    Die tagesaktuelle Besetzung können sie hier einsehen!