© Kirsten Nijhof
© Kirsten Nijhof
© Kirsten Nijhof

Oper

Salome

Richard Strauss

Stückinfos

Musikdrama in einem Aufzug | Text vom Komponisten nach Oscar Wildes Drama »Salome« (1891) in deutscher Übersetzung (1903) von Hedwig Lachmann | In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln | Spieldauer ca. 1 3/4 Stunden | Keine Pause

Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn im Konzertfoyer

Beschreibung

Uraufgeführt im Jahre 1905, bildet der Geniestreich »Salome« den Auftakt zu Richard Strauss’ großen Opernerfolgen. Nach Oscar Wildes aufsehenerregender Tragödie komponierte er ein Musikdrama voller entfesselter Leidenschaft, dessen weltweiten Sensationserfolg auch die Aufführungsverbote prüder Zensoren nicht verhindern konnten. Einen der skandalträchtigsten Stoffe der Jahrhundertwende, der ursprünglich auf einer Geschichte aus dem Neuen Testament basiert, hat Strauss zu einem musikalischen Porträt des Unbewussten geformt, das den Widerstreit zwischen Sinnlichkeit und Askese, Rausch und Einsamkeit, Macht und Eros thematisiert.

Die judäische Prinzessin Salome lebt am dekadenten Hof ihrer Mutter Herodias und ihres Stiefvaters Herodes. Wie aus einer anderen Welt dringt die Stimme des asketischen Propheten Jochanaan zu ihr, den das Herrscherpaar gefangen hält. Ausgerechnet auf den Mann, dem die Versuchungen dieser Welt nichts anhaben können, projiziert Salome ihr sinnliches Verlangen. Als er sich voller Verachtung von ihr abwendet, reift in ihr ein Plan: Sie wird ihre Reize einsetzen, um, wenn schon nicht den Mann, so doch seinen abgeschlagenen Kopf zu gewinnen. Ihr Schlussmonolog, der eigentlich ein Dialog mit dem toten Haupt des Propheten ist, gerät zu einem großen ekstatischen und zugleich tragischen Liebesgesang: »Hättest du mich angesehn, Jochanaan, du hättest mich geliebt.«

Nie zuvor hat ein Komponist Begierde, Leidenschaft und Rache so aufregend in Musik umgesetzt. Mit neuartigen, aufreizenden Klangvisionen gießt Strauss den Gefühlssturm und die seelischen Abgründe der Titelfigur in schillernde Musik, welche die erotisch aufgeladene Atmosphäre von Salomes Schleiertanz genauso eindringlich einfängt wie das ernste Pathos von Jochanaans Anklagen – ein rauschender Tanz in den Abgrund, der bis heute nichts von seiner gleichermaßen faszinierenden wie verstörenden Kraft verloren hat.

Aufführungen 31. Okt. 2020 / 23. Jan. 2021, Opernhaus (alle Vor­stellungen mit ­Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)
Ulf Schirmer
Ulf Schirmer Musikalische Leitung
Aron Stiehl
Aron Stiehl Inszenierung
rosalie
rosalie Bühne, Kostüme
Michael Röger
Michael Röger Licht
Elisabeth Kühne
Elisabeth Kühne Dramaturgie
Karin Lovelius
Karin Lovelius Herodias
Elisabet Strid
Elisabet Strid Salome
Christiane Döcker
Christiane Döcker Ein Page der Herodias
Sandra Janke
Sandra Janke Ein Sklave
Tuomas Pursio
Tuomas Pursio Jochanaan
Patrick Vogel
Patrick Vogel Narraboth
Paul Kaufmann
Paul Kaufmann 1. Jude
Alvaro Zambrano
Alvaro Zambrano 2. Jude
Dan Karlström
Dan Karlström 3. Jude
Martin Petzold
Martin Petzold 4. Jude
Sejong Chang
Sejong Chang 5. Jude
Jakob Kunath
Jakob Kunath 1. Nazarener
Randall Jakobsh
Randall Jakobsh 1. Soldat
Jean-Baptiste Mouret
Jean-Baptiste Mouret 2. Soldat