Oper

Sonntag 29.03.2020 | 18:00 Uhr | Opernhaus

Der Sturz des Antichrist

Viktor Ullmann

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Stückinfos

Oper (Bühnenweihefestspiel) in drei Aufzügen | Text von Albert Steffen | In deutscher Sprache mit Übertiteln

Beschreibung

Welchen Handlungsspielraum hat der Einzelne im Kampf gegen ein diktatorisches Regime? Dieser Frage gehen Viktor Ullmann und sein Textdichter Albert Steffen mit ihrer Oper »Der Sturz des Antichrist« vor dem Hintergrund der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten
auf den Grund. Ein Techniker, ein Priester und ein Künstler sind in der Gewalt eines
Alleinherrschers, der ihre Dienste zur Befriedigung seiner Allmachtsfantasien einfordert. Mit Hilfe seiner drei Gefangenen möchte er sich die Erde untertan machen. Der Techniker soll durch den Bau einer Raumkapsel die Gesetze der Schwerkraft überwinden, der Priester durch die Verwandlung von Steinen in Brot den Hunger der Massen stillen, der Künstler schließlich einen Hymnus auf den Regenten verfassen. Während Techniker und Priester vor ihren Auf-
gaben versagen, verweigert sich der Dichter. Im Kerkerschöpft er in der Zwiesprache mit einem greisen Wärter neue Kraft für seinen Widerstand gegen die Unvernunft seines Widersachers. Schließlich stürzt sich der Diktator in seinem Größenwahn selbst in die Tiefen.

Die selten gespielte Oper des Komponisten, der im Jahr 1944 in den Gaskammern des Lagers Auschwitz-Birkenau ums Leben kam, wurde ursprünglich für die Wiener Staatsoper komponiert, wo sie allerdings nicht mehr aufgeführt werden konnte. Nicht nur die
Genrebezeichnung »Bühnenweihefestspiel« rückt das Werk in die Nähe von Wagners letzter Oper. Auch die klangliche Opulenz und der religiöse Anspruch, den die Kunst darin für sich behauptet, machen das Stück zu Ullmanns »Parsifal«.

Premiere 21. Mär. 2020, Opernhaus
Aufführungen 29. Mär. / 02. Apr. / 27. Jun. 2020 (alle ­Vorstellungen mit Einführung 45 Min. vor Vorstellungsbeginn)

Kantinengespräch 29. Mär. 2020, Opernhaus
Das »Kantinengespräch« bietet die Möglichkeit zum ­inhaltlichen Austausch über den Opernabend mit den Dramaturgen und Mitwirkenden der Produktion in der Kantine des Opernhauses. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt. Der Eintritt erfolgt über den Bühneneingang Goethestraße mit einer kostenlosen Zählkarte. Die Zählkarte erhalten Sie nur am Abend bis zum Beginn der Vorstellung in Verbindung mit einer Eintrittskarte.

Matthias Foremny Musikalische Leitung
Balázs Kovalik Inszenierung
Thomas Eitler-de Lint Choreinstudierung
Thomas Mohr Der Regent / Dämon des Regenten
Dan Karlström Der Priester / Der unvollkommene Engel
Kay Stiefermann Der Techniker / Das Gespenst des Technikers
Stephan Rügamer Der Künstler
Sebastian Pilgrim Der Wärter / Greis
Martin Petzold Ausrufer