Musikalische Komödie im Westbad

Yes Sir, I Can Taki!

Der Sirtaki – ein echter Volkstanz?

von Elisabeth Kühne Dienstag 15.10.2019
Anthony Quinn (Alexis Sorbas) und Alan Bates (Basil) tanzen Sirtaki im Film »Alexis Sorbas« von 1964.

Vom Kinohit zum Kulttanz

Es ist eine Szene, die Filmgeschichte geschrieben hat: Zwei Männer am steinigen Strand von Kreta, die Arme ausgebreitet, als wollten sie die ganze Welt umarmen, barfuß Sirtaki tanzend und das Leben feiernd, mit all seinen Verheißungen und Katastrophen. Als »Zorba the Greek« 1964 erstmals das Licht der Leinwand erblickte, erschuf Regisseur Michael Cacoyannis ein Stück griechischer Kultur: Fortan stand der Sirtaki für das griechische Lebensgefühl schlechthin und wurde zum Dauerohrwurm in so mancher Taverne.

Wer hatʼs erfunden?

Dabei handelt es sich beim Sirtaki keineswegs um einen originär griechischen Volkstanz. Im Gegenteil: Er wurde eigens für den oscarprämierten Film kreiert und stammt aus der Feder des griechischen Komponisten Mikis Theodorakis. Ursprünglich war für die berühmte Schlussszene ein fünftaktiger Pentosalis geplant, doch da Anthony Quinn den komplizierten Rhythmen der griechischen Volkstanze nicht gewachsen war (später sollte er eine Fußverletzung dafür verantwortlich machen), vereinfachte man die Schrittfolge. Die neue Choreografie, die vom Athener Tänzer Giorgos Provias entwickelt wurde, lehnte sich an den langsamen Chasapiko an und ging schließlich in die schnelleren Schritte des Chasaposervikos über – der Sirtaki war geboren. Seinen Namen erhielt der Tanz übrigens vom Syrtos, der traditionellsten Form des griechischen Volkstanzes.

Selbstverständlich spielt der Sirtaki auch in Mirko Mahrs tänzerischem Doppelabend »Zorbas / Balkanfeuer« an der Musikalischen Komödie im Westbad eine zentrale Rolle.
So sieht der Sirtaki in Mirko Mahrs Ballett »Zorbas« aus. © Ida Zenna
So sieht der Sirtaki in Mirko Mahrs Ballett »Zorbas« aus. © Ida Zenna