Oper

Wagner-Monat Mai

Was der Wonnemonat und die Zahl 22 mit dem Komponisten zu tun haben

von Christian Geltinger Freitag 03.05.2019
Die Wagner-Büste im Foyer der Oper Leipzig © Kirsten Nijhof

Wagner und die 22

Der Mai ist mittlerweile traditionell der Wagner-Monat an der Oper Leipzig. Schließlich jährt sich der Geburtstag des großen Sohnes der Stadt am 22. Mai zum 206. Mal. Die Zahl 22 ist auch richtungweisend für die nähere Zukunft der Oper Leipzig. Nachdem man im Jubiläumsjahr 2013 die drei selten gespielten Frühwerke des Komponisten – »Die Feen«, »Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo« und „Rienzi, der letzte der Tribunen« – in einer Koproduktion mit den Bayreuther Festspielen (BF Medien) herausbrachte und nach über vierzig Jahren eine Neuproduktion des »Ring des Nibelungen« startete, hat sich die Oper Leipzig das ambitionierte Ziel gesetzt, im Juni/Juli 2022 alle Werke Richard Wagners im Rahmen eines dreiwöchigen Festivals szenisch aufzuführen. Das ist derzeit weltweit einzigartig. Schon jetzt gibt es Anfragen aus aller Welt. Wenn Wagner gewusst hätte, dass er noch einmal zum internationalen Aushängeschild seiner Geburtsstadt werden würde! Leipzig gewissermaßen als Klein-Bayreuth. Das Verhältnis des Komponisten zu seiner Vaterstadt war beileibe nicht immer unproblematisch. Die Leipziger Theaterdirektion hatte sein Erstlingswerk »Die Feen« abgelehnt, eine frühe narzisstische Kränkung für den bereits in jungen Jahren als extrem selbstverliebt verschrienen Komponisten.

Der »Ring« in Leipzig

Ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk bereitete sich Wagner später anlässlich seines 59. Geburtstages. Am 22. Mai 1872 fand im Markgräflichen Opernhaus in Bayreuth ein Festkonzert anlässlich der Grundsteinlegung des Bayreuther Festspielhauses statt, wo vier Jahre später der »Ring des Nibelungen« erstmals als Zyklus aufgeführt werden sollte. Nur wenige Jahre später wagte sich die Leipziger Oper an die erste szenische Aufführung des »Rings« außerhalb von Bayreuth. Der Komponist frotzelte süffisant in einem Glückwunschtelegramm aus Bayreuth: »Heil Leipzig meiner Vaterstadt, die eine so kühne Theaterdirektion hat.«

 

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© Kirsten Nijhof
© Kirsten Nijhof