Junge Oper Leipzig

Unvergessliche Erfahrungen!

Teil II: Reisetagebuch des Kinderchors der Oper Leipzig

von Marie-Claire Schneider Mittwoch 04.03.2020
Viel Spaß beim Proben und Kennenlernen: die Jugendlichen aus Leipzig und Istanbul

Die Spannung steigt

Der Mittwoch brach an und somit rückte für den Kinderchor der Oper Leipzig der erste Auftritt in Istanbul immer näher. Um sich von der Nervosität abzulenken, stand mal wieder Sightseeing auf dem Plan. Also ging es ins Stadtzentrum zur Blauen Moschee. Die Kinder waren überwältigt von deren Baustil und von den vielen tausenden Kacheln an den Wänden, die zusammen ein beeindruckendes Muster ergeben. Wer Glück hatte, bekam sogar noch einen deutschen Koran als Mitbringsel geschenkt. Bei strahlendem Sonnenschein ging es direkt weiter zur Hagia Sophia und zum Topkapi Palast. Nach den anstrengenden Proben der letzten Tage tat es allen gut, frische Luft und Sonne zu tanken. Doch bald schon ging es zurück ins Enka-Auditorium. Letzte Korrekturen wurden vorgenommen, manche Lieder noch einmal angesungen. Langsam wurde es ernst. Nun mussten 51 Kinder geschminkt und frisiert werden. Durch zahlreiche Helferinnen und Helfer ging dies schneller als gedacht und alle waren überpünktlich fertig. Indessen füllte sich der Zuschauerraum und die Spannung stieg.

Probeneinblick

Der Kinderchor der Oper Leipzig und das Barış İçin Müzik Orchester bei ihren Proben zu »Don't stop me now 2040« im Enka-Auditorium in Istanbul

Probeneinblick

Bühne frei!

Dann war es endlich soweit: Der Moment, auf den alle Teilnehmenden seit etwa einem halben Jahr gewartet haben. Licht- sowie Toneffekte verliehen dem ganzen Auftritt nochmal ein ganz neues Gesicht. Alle Darstellerinnen und Darsteller waren voll dabei und das Zusammenspiel von Orchester und Chor funktionierte so gut, dass das Publikum die Show am Schluss mit Standing Ovations honorierte. Als Zugabe wurde »Don't stop me now« von Queen angestimmt und nach dem Auftritt begannen alle ausgelassen zu feiern. Aufgeregt und begeistert von den ganzen positiven Rückmeldungen ging es zurück ins Hotel, um zumindest noch etwas Schlaf zu bekommen.

Völlig von den Socken

Am Donnerstag konnten die Kinder das Leben in Istanbul hautnah miterleben und in Gruppen die Stadt erkunden. In kleinen Gassen wurden Souvenirs gekauft, damit man nicht mit leeren Händen nach Hause zurückkommt. Ein Sockenladen erfreute sich bei den Kindern besonderer Beliebheit. Der Besitzer des Ladens, der an diesem Tag sicher das Geschäft seines Lebens machte, wusste gar nicht, wie ihm geschah. Später fand man dann viele Mitglieder des Kinderchors rund um den Ägyptischen Basar wieder, auf dem noch einige Dinge gekauft wurden, die unbedingt mit nach Hause mussten. Manche bewiesen hier ihr Talent zu Handeln und machten damit das ein oder andere Schnäppchen. Mit den neuen Sachen im Gepäck ging es dann wieder zur Enka-School, denn der zweite Auftritt stand noch bevor.
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Impressionen der Proben im Enka-Auditorium

Die zweite Vorstellung

Es ging also wieder ans Vorbereiten, Schminken und Frisieren. Zudem mussten einige Kranheitsausfälle kompensiert werden. In der Show fiel dies aber nicht weiter auf, weil die Kinder die Änderungen gut umsetzten. Obwohl die zweite Vorstellung etwas holpriger verlief als die erste, meisterten alle Teilnehmenden auch diesen Auftritt mit Bravour und die Freude danach war sehr groß. Schnell wurde alles aufgeräumt, Snacks und Getränke wurden bereitgestellt und die Abschlussparty konnte beginnen. Zuerst stimmte ein Teil des Barış İçin Müzik Orchesters ein paar Lieder an, im Anschluss wurde zu bekannten Songs getanzt. Die Stimmung war ausgelassen und alle wollten noch einmal Zeit mit ihren neuen Freunden aus der Türkei verbringen.

Auf Wiedersehen!

Die Stunden des Feierns vergingen wie im Flug. Allmählich wurde es Zeit, Abschied zu nehmen. Letzte Fotos wurden gemacht und dann hieß es: »Wir sehen uns im September!«, wenn der Kinderchor sein 30-jähriges Jubiläum feiert, zu dem das Barış İçin Müzik eingeladen ist. Samuel Matus, der Dirigent von Barış İçin Müzik, richtete noch ein paar bewegende Worte an alle Beteiligten. Er sagte, dass er an die Idee von der Welt als ein Land glaubt, wie sie in dem Stück »Don't stop me now 2040« vorkommt, und dass wir mit Projekten wie diesem dieser Vorstellung einen Schritt näher kommen. Das Gastspiel zeigte ein Mal mehr, welche Kraft Musik hat, die Menschen zu verbinden. Auch ich bin sehr ergriffen von dieser Woche und hätte nie gedacht, einmal so eine Chance bekommen zu können.