Oper

Oper Leipzig goes Hong Kong Teil II

Die Fortsetzung des Reisetagebuchs

von Patricia Grünzweig Dienstag 05.03.2019

Chorkonzert mit Winkekatze

Den krönenden Abschluss eines erfolgreichen Gastspiels in Hong Kong lieferte der Chor der Oper Leipzig. Nach zwei Einsätzen in den Aufführungen von »Tannhäuser« gestalteten die Sängerinnen und Sänger um Chordirektor Thomas Eitler-de Lint einen abwechslungsreichen Konzertabend mit den beliebtesten und bekanntesten Liedern für Opernchöre und ließen es sich zur Zugabe nicht nehmen, sich nach Italienisch, Französisch, Deutsch und Russisch auch auf Kantonesisch zu versuchen und damit die Herzen des Publikums im Sturm zu Erobern – die Unterstützung einer goldenen Winkekatze inklusive.

Von Tempeln, Essstäbchen und Lichtershow

Hongkong meinte es gut mit der Oper Leipzig. Nicht nur wurden die künstlerischen Einsätze mit Jubel, Applaus und Autogrammjägern belohnt, zwischen Proben und Aufführungen fand sich bei warmen 23 Grad immer mal ein Stündchen oder mehr für kleinere oder größere Erkundungstouren zu den Sehenswürdigkeiten der Metropole am südchinesischen Meer und für (bisweilen ein bisschen Mut verlangendes) Ein- und Abtauchen in eine andere Kultur. Fast 7,5 Millionen Menschen wohnen auf der Halbinsel Hongkong und den 263 umliegenden kleineren Inseln. Die Amtssprache ist Kantonesisch, der Internationalität und Historie geschuldet, kommt der dankbare Tourist mit Englisch aber auch in den entlegensten Ecken ans Ziel. Meist startet ein Ausflug mit der Fähre nach Hong Kong Island, um sich dort ins Getümmel zwischen Skyscrapern zu stürzen oder am Central Pier eine weitere Fähre zu alten Pirateninseln oder weißen Sandstränden zu besteigen. Vor allem die zahlreichen Tempel waren einen Besuch wert. Kämpfte man sich erfolgreich durch die Schwaden der geopferten Räucherwerkzeuge, bot sich ein spannender Einblick in die religiösen Riten des Landes. Einen Ausblick aus besonderer Höhe eröffnete sich für all jene, die sich mit der Peak Tram zum Aussichtspunkt »The Peak« begaben oder sich einen – zugegebenermaßen sündhaft teuren – Cocktail in einer der vielen Bars im 30. Stock und höher gönnten. Die südchinesische Küche stellte so manche Geschmacksknospe auf die Probe, oft begeistert sie jedoch und so manchem Reiseteilnehmer verlangte sie samt Essstäbchen ein wenig Geduld ab. Hongkong ist intensiv: bunt, grell, laut und voll. Ruhe kehrte oft erst abends für einen kurzen Moment ein: Pünktlich um 20 Uhr hatte man dann vom Pier am Hafen einen wunderbaren Blick auf die erleuchtete Skyline von Hong Kong Island und die wohl bekannteste Lichtshow der Welt.